James Baldwin – Giovannis Zimmer

Zum ersten Mal begegnete ich James Baldwin im Radio. Auf SWR2 lief ein Feature über einen afro-amerikanischen Schriftsteller, der Anfang der 1950er Jahre in einem kleinen Dorf im Schweizer Kanton Wallis auftauchte und die dort lebenden Menschen in einiges Staunen versetzte. “Wie ein Schaf in der Wüste: Als Baldwin die Schweiz besuchte” nannten die Autoren Rolf Hermann und Michael Stauffer ihren Beitrag von 2011. Damals begann die Wiederentdeckung eines der wichtigsten US-amerikanischen Autoren, der in seinem Heimatland zwar ein Klassiker, aber doch ein wenig vergessen war. Nicht zuletzt die Wahl von Barack Obama, der James Baldwin als eine seiner Leitfiguren nannte, aber auch das Wiedererstarken der Bürgerrechtsbewegung in Zuge von „Black lives matter“ verschaffte seinem Werk erneut Aufmerksamkeit. Auch in Deutschland war die auf dem unvollendeten Manuskript „Remember This House“ beruhende filmische Collage von Raoul Peck (2017), in der er dem weißen Rassismus in der amerikanischen Gesellschaft nachspürt, ein großer Erfolg. „I´m not your negro wurde vielfach ausgezeichnet und Oscar nominiert. Seit 2018 erscheinen bei DTV hervorragende Neuübersetzungen der Werke von James Baldwin, zuletzt „Giovannis Zimmer“.

Filmtrailer zu “I´m not your negro”

go tell it on the mountain

James Baldwin Von dieser Welt

Der 1924 in Harlem als Sohn einer alleinstehenden Mutter und eines abwesenden afrikanischen Vaters geborene James Baldwin machte schon früh Erfahrungen mit Armut und Diskriminierung im Ghetto. Sein Stiefvater, mit dem die Mutter noch acht weitere Kinder hatte, war ein fanatischer Baptistenprediger der Pfingstgemeinde, zu dem James ein äußerst angespanntes Verhältnis besaß.

In seinem Romanerstling „Von dieser Welt“ (Go tell it on the mountain) von 1953 verarbeitete er seine Kindheits- und Jugenderfahrungen und verortete nach einer eigenen Zeit als Prediger die schwarzen Kirchen als falschen „Ausweg aus seinem Hass für die weißen Unterdrücker und seine Verachtung für die unterdrückten Schwarzen“. 1941 wandte er sich ganz von der Kirche ab. Im Roman schildert er leidenschaftlich und mit alttestamentarischer Wucht den Teufelskreis von Hass, Selbsthass, Verzweiflung und religiösem Wahn. Die Übersetzerin Miriam Mandelkow hat diesen stark autobiographischen Text in ein ganz wunderbares, überzeugendes Deutsch übersetzt. Was sicher nicht ganz einfach war. Ich durfte mich auf der Leipziger Buchmesse 2019 mit ihr darüber unterhalten. (Auszüge aus meinem Gespräch mit Miriam Mandelkow könnt ihr am Ende des Beitrags lesen)

 Fremder im Dorf auf DF
James Baldwin Fremder im Dorf in der Reihe Identitäten auf Dlf
leukerbad

Beendet hat James Baldwin seinen Romanerstling im schweizerischen Leukerbad, eben jenem Dorf, das im Romanfeature Thema war und in das James Baldwin auf Einladung seines Lebensfreunds und Liebhabers Lucien Happersberger gekommen war. 1948 war Baldwin vor Problemen durch seine Homosexualität, dem Bruch mit seinem literarischen Mentor, dem Schriftsteller Richard Wright, und dem zunehmenden Rassenhass in den USA nach Paris geflohen. Dort wurde er bald Teil der „Szene“, wo er auch den 18jährigen Schweizer Happersberger kennenlernte und sich zu seiner sexuellen Orientierung bekannte. 1950 verbrachte er zwei Sommerwochen und den Winter, 1951 erneut den Winter in Leukerbad.

Hier schlug ihm ein völlig naiver Rassismus von Menschen entgegen, die noch nie im Leben einen dunkelhäutigen Menschen gesehen hatten. Eine Situation, die ihn einerseits verstörte, andererseits aber für ihn ideale Bedingungen schuf, um über den anders gearteten Alltagsrassismus in den USA nachzudenken. Außerdem fand er hier die Ruhe, seinen Roman zu beenden. 1953 erschien neben „Go tell it on the mountain“ auch sein Essay „Der Fremde im Dorf“, in dem er darüber berichtet.

giovannis zimmer

James Baldwin Giovannis ZimmerNach dem schriftstellerischen Durchbruch mit seinem Debütroman veröffentlichte James Baldwin 1956 „Giovannis Zimmer“. Dieser wurde der vielleicht berühmteste Roman von ihm, behandelte er doch auf für damalige Verhältnisse enorm freizügige Weise eine homosexuelle Liebe. Geschrieben wurde er bereits komplett in Baldwins Wahlheimat Südfrankreich, die er nur noch einmal in den 1960er Jahren verließ, um sich als mittlerweile einflussreicher und erfolgreicher Autor in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung um Martin Luther King, Malcolm X und Medgar Evers zu engagieren.

Auch „Giovannis Zimmer“ ist autofiktional, obwohl James Baldwin einen betont blonden, weißen Amerikaner zum Ich-Erzähler des Romans macht. Dieser David ist wie Baldwin in jungen Jahren aus den USA nach Frankreich gegangen. Bei ihm spielten natürlich keine Rassenfragen eine Rolle und auch mit seinem Vater besteht doch soweit eine Bindung, dass dieser ihm regelmäßig Geld zuschießt. Eine kurze Affäre mit einem Mitschüler hat ihn allerdings aus dem emotionalen Gleichgewicht gebracht und die amerikanische Sexualmoral unter McCarthy war natürlich auch deutlich restriktiver gegenüber homosexuellem Leben als dies in Paris der Fall war. Die französische Metropole galt als Ort der Libertinage, des freien Künstlerlebens.

Hier lernt David eines Nachts den aus Italien stammenden Barmann Giovanni kennen. Zuvor hat er sich mit der Amerikanerin Hella in eine heterosexuelle Glücksblase geflüchtet, die mehr dem verinnerlichten puritanischen Wertesystem entsprach als seine Neigung zum Mitschüler. So ganz kann er sich aber nicht zum Traum von Haus, Ehe und Kindern bekennen, weshalb sich Hella eine Auszeit genommen hat und nach Spanien gereist ist. Den in Paris zurückgebliebenen David trifft die Begegnung mit Giovanni wie der Blitz und die Beiden beginnen eine leidenschaftliche Affäre. David kann sich aber von seinen Vorbehalten gegenüber Homosexualität immer noch nicht befreien, nicht vom Selbsthass, nicht von der Autoaggression und dem Hass auf Schwule und Transvestiten, der sich interessanterweise zusätzlich mit einer ordentlichen Portion Frauenverachtung mischt.

Baldwin Amsterdam 1984
James Baldwin Amsterdam 1984, Sjakkelien Vollebregt / Anefo / CC0
eine beichte

Kein wirklich sympathischer Zeitgenosse, dieser David, und es verwundert kaum, dass die Liebe zu Giovanni, die hauptsächlich abgeschlossen in dessen heruntergekommenen Zimmer stattfindet, keine Zukunft hat. Die bedrohliche Atmosphäre dieses Zimmers wirft von Beginn an kein gutes Licht auf diese Beziehung. Das Scheitern wird aber nur indirekt durch die Gesellschaft bedingt, durch die von David verinnerlichten Normen und Erwartungen. Zerbrechen wird die Liebe an seinen inneren Konflikten. Als Hella aus Spanien zurückkehrt, trennt sich David von Giovanni.

Dass diese Trennung nicht folgenlos bleibt, erfahren wir direkt zu Beginn des Romans. Da räumt David gerade das Haus in Südfrankreich, in das er sich mit Hella zurückgezogen hat. Zuvor kam ein Brief von Jacques, einem gemeinsamen Freund, der ihm den Zeitpunkt der Hinrichtung von Giovanni mitteilt. Dieser sitzt nach einem Mord in der Todeszelle ein. Und dass es zu diesem Mord kam, hängt vermutlich mit Davids Fortgehen zusammen.

Davids Bericht wird damit zu einer Art Beichte, zu einem Schritt der Selbsterkenntnis, auch der Rechtfertigung. Wir lesen nur diese Erinnerungen. Sie springen in der Zeit, erzählen von Trauer, Scham, verdrängter Sexualität und einer tiefen Liebesunfähigkeit.

James Baldwin erzählt kurz und intensiv, freimütig, aber immer diskret. Gewidmet hat er das Buch Lucien Happersberger. Und man kann davon ausgehen, dass einiges aus ihrer Beziehung in diesen Roman eingeflossen ist. Auch Happersberger konnte sich nie ganz zu Baldwin bekennen, hatte unzählige Affären mit Männern und Frauen, Kinder aus zwei Ehen. Für James Baldwin war er die große Liebe, eingeflossen ist sie in Giovannis Zimmer.

Weitere Besprechungen zu Giovannis Zimmer findet ihr bei Mikka liest, Fuxbooks und Letusreadsomebooks

the fire next time

James Baldwin - Nach der Flut das FeuerBaldwin veröffentlichte ca. alle sechs Jahre einen Roman. Parallel dazu verfasste er zahlreiche Essays, die sich mit Rassenfragen, religiösem Fanatismus und der sexuellen Doppelmoral der Gesellschaft beschäftigen. Er wurde damit zu einer wichtigen Stimme in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, die immer wieder die Abkehr vom Hass auf beiden Seiten beschwor und die tiefen Wurzeln des Rassismus bei den Weißen zu ergründen suchte. Den vielleicht bedeutendsten Essay „The fire next time“ von 1962 kann man zusammen mit zwei weiteren Texten im Band „Nach der Flut das Feuer“ nachlesen. Dieses großartige Buch ist ideal geeignet, Baldwin näher zu kommen und seine Bedeutung zu erfassen.

Kraftvoll und sprachlich brillant verbindet er seine gesellschaftliche Analyse mit ganz persönlichen Erfahrungen der Gewalt, der Ausgrenzung, des Hasses auf beiden Seiten.

„Ein Werk, das an den Grundfesten amerikanischer Selbstwahrnehmung rüttelt“, wie Jana Pareigis in ihrem Vorwort zur Ausgabe bei DTV schreibt, und das auch heute noch beklemmend aktuell ist.

zitate

„(…)verliere in dem Sturm, der in Deinem jugendlichen Kopf wütet, nie die Wirklichkeit aus den Augen, die hinter den Wörtern Akzeptanz und Integration steht. Du hast keine Veranlassung, so zu werden wie die Weißen, und es gibt nicht die geringste Grundlage für ihre unverfrorene Annahme, sie müssten Dich akzeptieren. Die schreckliche Wahrheit ist, mein Junge: Du musst sie akzeptieren“

 

„(…)Menschen, denen alles genommen wurde einschließlich, und das ist das Wichtigste, des Selbstwertgefühls. Ohne dieses Gefühl können Menschen nicht leben; sie tun alles, um es wieder zu bekommen. Deshalb ist das Gefährlichste, was eine Gesellschaft hervorbringen kann, ein Mensch, der nichts mehr zu verlieren hat.“

 

„Es ist eine so simple Tatsache und eine, die offenbar so schwer zu begreifen ist: Wer andere erniedrigt, erniedrigt sich selbst.“

 

„Doch solange wir im Westen der Hautfarbe eine solche Bedeutung beimessen, machen wir es der Masse unmöglich, sich nach irgendwelchen anderen Kriterien zusammenzuschließen. Hautfarbe ist keine menschliche oder persönliche Realität; sie ist eine politische Realität. (…) Ich weiß, ich verlange Unmögliches. Doch in unserer Zeit, wie in jeder Zeit, ist das Unmögliche das Mindeste, was man verlangen kann (…)“

if beale street could talk

James Baldwin - Beale Street Blues1974 erschien Balwins Roman „If Beale street could talk“ (dt. Beale Street Blues), eine bittersüße Liebesgeschichte und eine erschütternde Bestandsaufnahme von Alltagsrassismus und Polizeiwillkür in den USA. Das Buch wurde 2019 verfilmt. Ich habe das Buch bereits besprochen.

Auch mehr als dreißig Jahre nach James Baldwins Tod 1987 ist sein Werk hochaktuell, seine literarische Bedeutung immens und auf weitere Neuübersetzungen von Miriam Mandelkow bei DTV darf man sich freuen.

 

Gespräch mit der Übersetzerin Miriam Mandelkow auf der Leipziger Buchmesse 2019.(zu James Baldwin – Giovannis Zimmer)

Frau Mandelkow, wie kommt man eigentlich zum Übersetzen?

Miriam Mandelkow: Bei mir war es ehrlich gesagt relativ langweilig, geradlinig. Anglistik, Amerikanistik studiert, als Lektorin angefangen. Ich habe lange Zeit als freie Lektorin gearbeitet, nur für übersetzte Werke. Und je mehr ich da redigiert habe, desto mehr dämmerte mir, dass ich das gerne selber machen würde. Ich hatte dann durch die Lektorenzeit viele Kontakte, was natürlich hilft. Aber ich habe dann auch richtig nochmal von der Pieke angefangen, mit Hundegeschichten, Ratgebern. Und ich habe bei jedem Buch auch etwas gelernt. Die Lektoratsgespräche haben großen Spaß gemacht. Das hat sich dann langsam aufgebaut, das hat viele Jahre gedauert, bis die ersten literarischen Titel kamen. Und da ist viel glück dabei, tatsächlich. Das war ein langsamer, unspektakulärer Weg.

Nachdem die Übersetzertätigkeit lange Zeit kaum gewürdigt wurde, habe ich das Gefühl, dass neuerdings anerkannt wird, dass zum Übersetzen auch schriftstellerisches Talent benötigt wird. Trägt man als Übersetzer auch den eigenen Stil in die Übertragung hinein? Ist die Übersetzung dann auch ein Stück weit das Werk des Übersetzers?

M.M.: Den eigenen Stil sollte man tunlichst nicht mit hineinbringen, aber großen Mut, sich auch vom Original zu entfernen, um wieder nah dran zu kommen. Zum Glück gibt es nicht nur zunehmend Würdigungen. Ich meine, wir haben noch einen weiten Weg vor uns, was gute Bedingungen und angemessene Bezahlung angeht, und auch die Würdigung. Aber es hat sich tatsächlich in den letzten Jahren einiges getan. Auch was die Fortbildung angeht, zum Glück. Und da hat sich das Bewusstsein auch über die Jahre geschärft.

Es gibt Übersetzungsseminare, wo keine Fremdsprache vorkommt, wo von einem Stil in den anderen übersetzt wird, geleitet u.a. von Autor*innen. Katja Lange-Müller macht mit der Kollegin Mascha Tietze ein solches Seminar, das ich belegt habe. Das grandios ist. Wo wir eine Woche lang nur Verkehrsunfälle im Stil von Thomas Mann umgeschrieben haben und Rotkäppchen im Stil von christa Wolf. Das Ganze nennt sich dann “Imitationen”. Deshalb sage ich, der eigene Stil ist nicht gefragt, aber andere Stile imitieren zu können. Und natürlich bringt man sich auch selbst ein, man kann sich ja nicht an der Garderobe abgeben, muss da aber aufpassen.

Die Bücher von James Baldwin unterscheiden sich ja auch alle in ihrem Ton. Hilft dann eine solche Schulung, sich in die unterschiedlichen Stimmlagen eines Autors hineinzufinden?

M.M: Absolut. Was wirklich hilft ist Lesen, Lesen, Lesen. Natürlich haben wir immer genau zu wenig Zeit zum Lesen, wenn wir von morgens bis abends die Buchstaben vor Augen haben. Da setzt auch eine Ermüdung ein. Das ist ein großes Thema bei uns, tatsächlich. Aber trotzdem ist in deutscher Originalliteratur, aber auch in übersetzter Literatur zu schauen, was Kolleginnen so machen, und da auch Anregungen zu bekommen, ganz wichtig. Aber das Buch, mit dem man sich beschäftigt, wirklich zu lesen, ich meine, wirklich zu lesen, in sich eindringen zu lassen, osmotisch in sich einsuppen zu lassen.

Da stellt sich mir die Frage, wie gehen sie mit den alten Übersetzungen um? Lesen Sie die? Haben Sie schon früher mit James Baldwin eine Berührung gehabt?

M.M.: Ja. James Baldwin ist fast eine Jugendtraum, eine Schülerinnenliebe von mir. Von daher ist das tatsächlich ein großes Geschenk. Ich habe ihn in meiner Schulzeit kennengelernt und habe alle seine Werke gelesen, auf Englisch allerdings. Er war mir auf Englisch bekannt. Damals habe ich noch ungefähr ein Drittel verstanden. Als ich in den 80er Jahren in Amerika studiert habe, habe ich Baldwin-Seminare belegt. Da habe ich ihn auf einem anderen Level kennengelernt. Die Übersetzungen kannte ich gar nicht. Jedes Buch war von einem anderen Übersetzer. Das war damals, in den 60er,70er,80er Jahren so üblich, das nicht in einer Hand zu lassen.

Ich gehe bei jedem Buch so vor, dass ich mir die alte Übersetzung angucke, wenn ich praktisch schon fertig bin mit meiner Übersetzung, um mich da nicht beeinflussen zu lassen. Das meinte ich mit richtig, richtig einzudringen in das Original. Man muss mit der Stimme leben, da kann sich nicht noch eine andere Stimme einmischen. Die kommt dann kurz vor Schluss. Sie zu ignorieren kommt für mich nicht in Frage. Man tritt ja auch in Kommunikation mit der alten Übersetzung. Aber dann habe ich meinen eigenen Ton schon gefunden und kann es dann besser vergleichen. Ich mache dann schon noch einen gewissen Abgleich.

Hat sich die Art der Übersetzung seit den 60er, 70er, 80er Jahren denn sehr geändert?

M.M.: Deutlich. Ich kenne keinen Autor, der so viel Musik macht mit seiner Sprache, der so musikalisch, so rhythmisch ist. Das ist ja durchaus Thema, wenn wir mal das erste Buch (Anm. Von dieser Welt) nehmen, die ganzen Predigten, die biblische Sprache. James Baldwin war sehr von Blues, Gospel, Spiritual beeinflusst. Das hat man damals nicht besonders ernst genommen. Schöne, störungsfreie Sätze zu produzieren, das war es damals. Das soll gar nicht so abfällig klingen, alle drei Übersetzungen, die ich kenne, sind  gute Übersetzungen, aber eben ihrer Zeit verhaftet, die die Musik nicht so ernst genommen haben. Und mir ist es wichtig, die wieder hereinzuholen.

Es gibt ein Video von Ihnen, in dem sie einen Text steppen. Eine interessante Herangehensweise an Übersetzungen. Wird so etwas auch gelehrt, gibt es da Workshops?

M.M.: Das sind dann Workshops, die ich leite. Das habe ich ein bisschen erfunden. Mit dem Thema bin ich schon sehr lange unterwegs, weil ich einfach schon ewig tanze und auch steppe und irgendwann das Gefühl hatte, das hat wahnsinnig viel miteinander zu tun. Auch Improvisation. Improvisation und Rohfassund. Für mich haben Text und Tanz viel miteinander zu tun. Auch von daher ist Baldwin für mich ein Geschenk.

Bisher in Neuübersetzung durch Miriam Mandelkow bei DTV erschienen:

James Baldwin – Giovannis Zimmer (2020)

James Baldwin – Nach der Flut das Feuer (2019)

James Baldwin – Beale Steet blues (2019)

James Baldwin – Von dieser Welt (2018)

James Baldwin Giovannis Zimmer.

James Baldwin – Giovannis Zimmer
Mit einem Nachwort von Sasha Marianna Salzmann
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Miriam Mandelkow
dtv Literatur Februar 2020, gebunden, 208 Seiten, 20,00 €

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