Ingo Schulze – Die rechtschaffenen Mörder

Es beginnt wie eine Novelle aus dem 19. Jahrhundert, ein wenig altmodisch, behäbig fast und märchenhaft. Doch damit narrt der Autor Ingo Schulze die Leser*innen seines neuen Romans „Die rechtschaffenen Mörder“ ganz gehörig.

„Im Dresdner Stadtteil Blasewitz lebte einst ein Antiquar, der wegen seiner Bücher, seiner Kenntnisse und seiner geringen Neigung, sich von den Erwartungen seiner Zeit beeindrucken zu lassen, einen unvergleichlichen Ruf genoss.“ Weiterlesen „Ingo Schulze – Die rechtschaffenen Mörder“

Dirk Kurbjuweit – Haarmann

Die Geschichte, die Dirk Kurbjuweit in seinem Kriminalroman „Haarmann“ erzählt, ist eine ungeheuerliche und noch dazu eine wahre. Kein Wunder, dass sie seit fast einhundert Jahren eine riesige (negative) Popularität besitzt und in unzähligen Adaptionen in Theater, Kino, bildender Kunst, Musik und Literatur aufgenommen wurde. Fritz Langs berühmter Film „M-Eine Stadt sucht einen Mörder“ von 1931 ist an sie angelehnt, ebenso „Die Zärtlichkeit der Wölfe“ von 1973. 1995 entstand „Der Totmacher“ von Romuald Karmakar mit Götz George in der Rolle des Serienmörders Fritz Haarmann. Der österreichische Maler und Bildhauer Alfred Hrdlicka schuf einen Haarmann-Zyklus und einen Haarmann-Fries. Das Lied „Warte, warte nur ein Weilchen“ wurde ein echter Gassenhauer und existiert auch in einer etwas makabren beschwingten Jazz-Version von Hawe-Schneider. Weiterlesen „Dirk Kurbjuweit – Haarmann“

Anne Tyler – Der Sinn des Ganzen

Anne Tyler – Der Sinn des Ganzen – Rezension

In mittlerweile 23 Romanen hat die 1941 geborene Anne Tyler immer wieder leise, heitere Kammerspiele des Alltäglichen geschaffen. Vielleicht ist ihr deshalb trotz zahlreicher Nominierungen für die ganz großen Buchpreise und dem Gewinn des Pulitzer für „Atemübungen“ der ganz große Ruhm, zumindest hier bei uns in Deutschland, versagt geblieben. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich die Autorin recht konsequent dem literarischen Betrieb entzieht, kaum Interviews gibt, keine Lesereisen macht. Für ihren neu erschienenen Roman „Der Sinn des Ganzen“ wollte Anne Tyler eine Ausnahme machen und im März zur LitCologne nach Köln reisen, dann kam Corona. Weiterlesen „Anne Tyler – Der Sinn des Ganzen“