Tomas Espedal – Das Jahr

Schon bevor Karl Ôve Knausgård mit seinem Schreiben zum internationalen Literatur-Superstar avanciert ist, verfasste der 1961 im norwegischen Bergen geborene Tomas Espedal Texte, die ganz dicht am Autobiografischen entlang schrieben, dabei gelegentlich auch Grenzen überschritten in Sachen Diskretion, Selbstentblößung und guten Geschmacks. Radikal offen, rücksichtslos gegenüber sich selbst und Menschen aus dem Umfeld, die oft mit Klarnamen auftauchen, bleiben in seinen Texten immer aber auch bewusst Zweifel an der Authentizität, am Wahrheitsgehalt des Erzählten. Autofiktion ist das Genre, das nicht nur, aber vielleicht besonders durch diese beiden Autoren boomt.

Espedal hat seine auf zehn Bände angelegte autofiktionale Werkreihe auf Norwegisch gerade mit „Elsken“ abgeschlossen, in Deutschland erscheint nun mit Das Jahr der neunte Band. Weiterlesen „Tomas Espedal – Das Jahr“

Norwegische Literatur – Neuerscheinungen in Deutschland 2019 #2 – Norwegen Spezial 6

Im zweiten Teil meiner Vorstellung einiger Neuerscheinungen aus Norwegen, die anlässlich des Gastlandauftritts zur Frankfurter Buchmesse erscheinen, möchte ich die „jüngere“ Schriftstellergeneration (Jahrgang 1960+) in den Fokus stellen. In einigen Reaktionen, besonders auf Instagram, wurde auf den überproportionalen Männeranteil der veröffentlichten/vorgestellten Titel hingewiesen. Und ja, es stimmt. Hier sieht der Geschlechterproporz schon wieder besser aus. 😉 Weiterlesen „Norwegische Literatur – Neuerscheinungen in Deutschland 2019 #2 – Norwegen Spezial 6“

Norwegische Literatur – Neuerscheinungen in Deutschland 2019 #1 – Norwegen Spezial 5

Norwegische Literatur ist im Oktober 2019 zu Gast auf der Frankfurter Buchmesse, begleitend erscheinen überdurchschnittlich viele Neuerscheinungen in Deutschland. Das reicht von der Klassiker-Neuauflage bis zu ganz neuen, jungen Stimmen. Ich möchte euch in zwei Teilen auf einige der interessantesten Titel aufmerksam machen. Weiterlesen „Norwegische Literatur – Neuerscheinungen in Deutschland 2019 #1 – Norwegen Spezial 5“

Roy Jacobsen – Die Unsichtbaren

Roy Jacobsen „Insel-Saga“ Die Unsichtbaren , die nun im C.H.Beck Verlag erscheint, umfasst drei Romane, die im Original zwischen 2013 und 2016 erschienen sind. Der erste davon, „Die Unsichtbaren“, wurde 2014 bereits im Osburg Verlag veröffentlicht.

„Gott liebt die Menschen an den Küsten nicht so sehr wie die in Binnenland und Städten; über lange Zeiträume hinweg vergisst er sie ganz, und sie vergessen ihn“ Weiterlesen „Roy Jacobsen – Die Unsichtbaren“

Alexander Osang – Die Leben der Elena Silber

Es reicht für mehr als ein Leben, was Elena Silber, geborene Jelena Krasnow, im Verlauf des 20. Jahrhunderts an Erfahrungen macht. Angelehnt an das Schicksal seiner eigenen Großmutter erzählt Alexander Osang in seinem für die Longlist des Deutschen Buchpreises 2019 nominierten Roman „Die Leben der Elena Silber“ davon. Weiterlesen „Alexander Osang – Die Leben der Elena Silber“

Kat Menschik – Die Puppe im Grase Norwegische Märchen

Märchen sind allgemeines Kultur- und Gedankengut. Und wenn ich mich auch an keine Zeit erinnern kann, wo ihre Aktualität und Relevanz nicht auch kontrovers diskutiert wurden, ihnen wegen ihrer Gewalthaltigkeit und oftmals politisch wenig korrekter Botschaften gar negative Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern nachgesagt wurden und Bruno Bettelheims Werk „Kinder brauchen Märchen“ (1976) Aufsehen erregte (und mir ein Oberstufenjahr mit Märchenanalyse einbrachte) – Märchen werden auch heute noch gelesen, teils geliebt, teils auch nicht, aber besitzen auf jeden Fall einen enormen Bekanntheitsgrad. Seit 2016 zählt das Märchenerzählen sogar zu den immateriellen Unesco Kulturgütern. Bei Galiani erscheint nun eine von Kat Menschik illustrierte Ausgabe Norwegische Märchen – Die Puppe im Grase. Weiterlesen „Kat Menschik – Die Puppe im Grase Norwegische Märchen“

Norwegen als Gastland auf der Frankfurter Buchmesse – Norwegen Spezial 1

Norwegen ist 2019 Gastland auf der Frankfurter Buchmesse

Hjertelig velkommen, Norge!

 

Der Ehrengastauftritt steht unter dem Motto „Der Traum in uns“ und bezieht sich auf ein Gedicht des norwegischen Dichters Olav H. Hauge (1908-1994), der auch im Übersetzungswesen sehr aktiv war. Weiterlesen „Norwegen als Gastland auf der Frankfurter Buchmesse – Norwegen Spezial 1“

Petina Gappah – Aus der Dunkelheit strahlendes Licht

Auf verschiedenen Expeditionen erforschte der schottische Missionar David Livingstone (1813 – 1973), zeitweise mit seiner Frau, der Missionarstochter Mary Moffat, weite Teile des südlichen Afrikas. Die simbawische Autorin Petina Gappah hat nun über seine letzte Reise einen wunderbaren Roman veröffentlicht, „Aus der Dunkelheit strahlendes Licht“. Weiterlesen „Petina Gappah – Aus der Dunkelheit strahlendes Licht“

Madeline Miller – Ich bin Circe

Die alten griechischen Sagen sind ähnlich wie die Bibelgeschichten oder Märchen in weiten Teilen der Bevölkerung, zumindest der westlichen Nationen, Teil des Gedankenguts. Selbst wer niemals Griechisch oder Latein gelernt, antike Werke gelesen oder Theateraufführungen besucht hat, kennt viele der darin vorkommenden Geschehnisse und Figuren. Sogar der Kultur gänzlich gleichgültig gegenüberstehende Zeitgenossen haben zumindest von Gottvater Zeus gehört, von Odysseus, der langwierigen Irrfahrten seinen Namen gab, oder von Götterbote Hermes, der einem Paketdienst Pate stand. Unzählige Werke der Kunstgeschichte sind der griechischen Mythologie gewidmet. Den ganzen Handlungsabläufen und kruden Verwandtschaftsbeziehungen in der Welt der Götter, Halbgötter und Sterblichen folgen zu können, stellt allerdings eine Herausforderung dar. Deshalb sind Nachdichtungen und Sekundärliteratur Legion. Unlängst ist es Daniel Mendelsohn auf großartige Weise gelungen, die Odyssee mit einer persönlichen Vater-Sohn-Geschichte zu verknüpfen und dem Leser anschaulich nahezubringen. Nun legt Madeline Miller mit „Ich bin Circe“ nach. Weiterlesen „Madeline Miller – Ich bin Circe“