Madres y abuelas de Plaza Mayo

Ich möchte hier auf meinem Blog abseits der aktuellen Rezensionen und Literaturerfahrungen hin und wieder, aus gegebenem Anlass oder aber weil mir ein Buch gerade des Erinnerns wert erscheint, auch ältere Rezensionen von mir versammeln, die vor meiner Bloggerzeit entstanden sind.

Der heutige Anlass, der mir die Idee dazu gab, ist der 40. Jahrestag des 30. April 1977, jenem Tag, an dem sich zum ersten Mal besorgte Mütter und Großmütter auf der Plaza de Mayo, gegenüber dem Präsidentenpalast in Buenos Aires, versammelten. Weiterlesen „Madres y abuelas de Plaza Mayo“

Paula Fox ist tot

 

Paula Fox
Paula Fox 1923-2017

Durch eine ganz kleine Nachricht in meiner Tageszeitung, an den unteren Rand geheftet, erfuhr ich heute vom Tod der US-amerikanischen Schriftstellerin Paula Fox. „Kinderbuchautorin gestorben“ hieß es da in der Titelzeile.

Nun war die 1923 in New York geborene Paula Fox tatsächlich auch dies: eine wunderbare Kinder- und Jugendbuchautorin. Paul ohne Jakob, Ein Dorf am Meer und vor allem Ein Bild von Ivan haben meine Kinder und auch die Kritiken begeistert. Aber Paula Fox war auch eine herausragende Schriftstellerin jenseits dieser Alterszuweisung.

Ihre sechs Romane und die autobiografischen Werke erschienen in größeren Abständen, der erste „Pech für George“ 1967, „Zigarette“, ein Band mit Erzählungen und Essays 2011. Das allein ist, fehlt zudem eine gewisse Exzentrizität, den Auflagenzahlen nicht sehr zuträglich. Dennoch war Paula Fox in den 70 er Jahren in den USA recht erfolgreich, wurde ihr Roman „Was am Ende bleibt“ mit Shirley McLaine verfilmt.

Eine Renaissance erfuhr ihr Werk in den 90 er Jahren durch die Entdeckung und konsequente Werbung durch einen jungen Schriftstellerkollegen. (Auf diese Weise entdeckte man zum Beispiel auch Raymond Carver oder Richard Yates zum Glück wieder). Jonathan Franzen war es, der an die Werke Paul Foxs erinnerte. Dies führte auch zu einer gewissen Bekanntheit in Deutschland. Weiterlesen „Paula Fox ist tot“

Nachdem die Welt von Gestern untergegangen war

Am heutigen 22. Februar, im Jahr 1942 schied der große Humanist und Pazifist, der erfolgreiche und gefeierte Schriftsteller Stefan Zweig in seinem Exil, der fast ein wenig österreichisch anmutenden brasilianischen Stadt Petroplis, zusammen mit seiner jungen Frau Lotte aus dem Leben – in manchen Nachschlagewerken wird auch der 23. Februar, der Tag der Ausstellung des Totenscheins genannt.

Ehemaliges Wohnhaus von Stefan Zweig in Petropolis By Andreas Maislinger [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons
Angesichts seines Freitodes kursierten schon immer und immer wieder wilde Spekulationen, vom Mord durch Naziagenten bis zu sexuellen Problemen geistern die Vermutungen. Ich erinnere mich noch an eine frühe Lektüre seines Erinnerungsbuchs „Die Welt von Gestern“. Dieses ist so durchsetzt mit Melancholie und wörtlich genommenem Weltschmerz, dass mich der Freitod nie verwunderte, trotz materieller Sicherheit, Erfolg, Liebesglück und einem idyllischen Exilort. Er hat mich nur damals als junges Mädchen genauso erschüttert, wie er es auch heute noch tut. Weiterlesen „Nachdem die Welt von Gestern untergegangen war“