Lutz Seiler – Stern 111

2014 erhielt er für seinen Roman Kruso den Deutschen Buchpreis. Nun erschien von Lutz Seiler Stern 111, der den zur Zeit des Zusammenbruchs der DDR auf der kleinen Insel Hiddensee spielenden Vorgänger zwar nicht fortsetzt, aber an bestimmte Punkte anknüpft und einen Teil des Personals wiederauftauchen lässt. Weiterlesen „Lutz Seiler – Stern 111“

Abbas Khider – Palast der Miserablen

Den Palast der Miserablen lässt Abbas Khider in seinem neuen Roman für den jungen Shams Hussein zu einem Ort der Zuflucht, der Freiheit und der intellektuellen Auseinandersetzung werden.

Die Geschichte seiner Kindheit und Jugend im Irak ist die Geschichte eines Lebens im Krieg, unter Sanktionen und einer harschen Diktatur. Weiterlesen „Abbas Khider – Palast der Miserablen“

Lektüre Mai 2020

Meine Lektüre im Mai 2020, nur kurz vorgestellt. Die Durchsicht der Verlagsvorschauen und ihre Präsentation, dazu einige andere nicht geplante Projekte haben einiges an Zeit gekostet. Ende des Monats startete auch für mich wieder der Präsenzunterricht – mit Mundbedeckung und zwei geteilten Lerngruppen parallel gar nicht so einfach. Vielleicht waren es deswegen etwas weniger Seiten, die ich gelesen habe? Die Qualität der Lektüre Mai 2020 allerdings stimmte – alles ganz tolle oder sogar großartige Romane. Weiterlesen „Lektüre Mai 2020“

Verlagsvorschauen Herbst 2020 – Ein Blick

Was ist das für ein seltsamer Literaturfrühling? Nachdem es recht normal begann, mit den Litprom-Literaturtagen in Frankfurt, einer Lesung von Eugen Ruge im Literaturhaus und einer Pressevorschau für die Neuverfilmung von Berlin Alexanderplatz, hatte ich bewusst sämtliche Buchtermine im Februar vermieden, da der März so voll war – Leipziger Buchmesse, LitCologne, Literaturm und einige Lesungstermine waren geplant und ich voller Vorfreude, aber auch mit der leisen Befürchtung, das alles gar nicht bewältigen zu können. Und dann kam Corona. Wie bei euch allen platzten plötzlich sämtliche Termine. Die Buchtitel des Frühjahrs bekamen zwar meine vielleicht sogar größere Aufmerksamkeit, konnten sich aber nicht „da draußen“ präsentieren, auf Lesungen, Gesprächen, Buchvorstellungen. Die Szene ließ und lässt sich so einiges einfallen, z.B. der Hashtag #zweiterfruehlingbuecher macht sich dafür stark, dass die Neuerscheinungen und ganz besonders die Debüts des Frühjahrs trotz der starken Einschränkungen weiterhin Beachtung finden. Da kommt es mir schon fast ein wenig seltsam vor, nun bereits den Blick in die Verlagsvorschauen Herbst 2020 zu präsentieren. Weiterlesen „Verlagsvorschauen Herbst 2020 – Ein Blick“

Felicitas Korn – Drei Leben lang

Felicitas Korn wählt als Schauplatz ihres Debütromans „Drei Leben lang“ Frankfurt und den Taunus. Das bedeutet für mich schon einmal ein wenig Heimatgefühl. Zudem ist die Autorin wie ich in Offenbach am Main geboren. Dennoch hätte ich dieses Buch beinahe verpasst. Was äußerst bedauerlich gewesen wäre, denn dieser Roman hat es in sich und viel mehr Aufmerksamkeit verdient.

Drei Hauptfiguren stehen im Mittelpunkt und erhalten ihren jeweils ganz eigenen Ton. Weiterlesen „Felicitas Korn – Drei Leben lang“

Rebecca Makkai – Die Optimisten

Rebecca Makkai erfindet mit ihrem über 600 Seiten starken Roman „Die Optimisten“, der sowohl Finalist für den Pulitzer Prize als auch den National Book Award war, zahllose andere Preise gewann und auch in der deutschen Übersetzung von Bettina Abarbanell zumindest in der Blogger- und Bookstagram-Szene viel Begeisterung auslöst, sicher nicht das Rad neu. Sie zeigt aber wieder einmal, wie souverän amerikanische Autoren gut lesbare und gleichzeitig relevante große Romane schreiben. Und wie zögerlich die deutsche Literaturkritik im Feuilleton auf diese reagiert. Weiterlesen „Rebecca Makkai – Die Optimisten“

Elizabeth Strout – Die langen Abende

„Olive, again“ – da ist sie wieder, Olive Kitteridge, die Protagonistin des 2009 mit dem Pulitzer Preis ausgezeichneten Romans von Elizabeth Strout, „Mit Blick aufs Meer“, der nun mit „Die langen Abende“ einen würdigen Nachfolger erhalten hat. Lange haben die vielen Fans von Olive Kitteridge auf diesen Nachfolgeband gewartet. Weiterlesen „Elizabeth Strout – Die langen Abende“

Delphine de Vigan – Dankbarkeiten

Michka Seld ist alt. Über achtzig, keine Familie, zunehmend hinfällig – das ist meistens gleichbedeutend mit Einsamkeit. Michka hat ihr ganzes Leben eigenverantwortlich gelebt, war Fotoreporterin und Korrektorin bei einer Zeitung. Delphine de Vigan schenkt ihr in ihrem neuen Roman „Dankbarkeiten“ ein Lebensende in Würde und Frieden. Weiterlesen „Delphine de Vigan – Dankbarkeiten“

Éric Vuillard – Der Krieg der Armen

Éric Vuillard ist ein Meister der Verknappung von historischem Material. Seine eigentlich nie die 150 Seiten übersteigenden Bücher behandeln alle charakteristische Momente in der Historie und verdichten sie extrem. Der Autor  wählt oft einen originellen Blickwinkel und schafft dadurch trotz der Kürze eine sehr bereichernde und universelle Sicht, ein vergegenwärtigendes historisches Erzählen. Doch was in „Die Tagesordnung“ und auch „14.Juli“ mit den Vorbedingungen des Zweiten Weltkriegs und dem Beginn der Französischen Revolution fulminant funktionierte, will Éric Vuillard mit „Der Krieg der Armen“ nicht recht gelingen. Weiterlesen „Éric Vuillard – Der Krieg der Armen“

Ingo Schulze – Die rechtschaffenen Mörder

Es beginnt wie eine Novelle aus dem 19. Jahrhundert, ein wenig altmodisch, behäbig fast und märchenhaft. Doch damit narrt der Autor Ingo Schulze die Leser*innen seines neuen Romans „Die rechtschaffenen Mörder“ ganz gehörig.

„Im Dresdner Stadtteil Blasewitz lebte einst ein Antiquar, der wegen seiner Bücher, seiner Kenntnisse und seiner geringen Neigung, sich von den Erwartungen seiner Zeit beeindrucken zu lassen, einen unvergleichlichen Ruf genoss.“ Weiterlesen „Ingo Schulze – Die rechtschaffenen Mörder“