Margaret Laurence – Der steinerne Engel – Singular Plurality – Singulier Pluriel

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Buch jetzt! Und lies dich nach Kanada.

Bald ist es nun endlich soweit und das Literaturland Kanada ist nach dem pandemiebedingt im vergangenen Jahr nur virtuell stattgefundenen Ehrengastauftritt auf der Frankfurter Buchmesse 2021 zu Gast. Unter dem Motto Singular Plurality – Singulier Pluriel („einzigartige Pluralität“) stellt sich eine Literaturlandschaft von großer Vielfältigkeit vor, die sowohl ihre Unterschiede, als auch ihre Gemeinsamkeiten präsentieren möchte. Im Rahmen von Buch jetzt! Und lies dich nach Kanada habe ich mich auf eine kleine literarische Reise begeben, auf die ich euch gerne mitnehmen möchte. Mit Margaret Laurence und ihrem Der steinerne Engel hat mich ein Klassiker der kanadischen Literatur sehr begeistern können. Eine Entdeckung, die ich hier gerne teilen möchte.

Eine 90jährige – am Ende ihres Lebens. Das könnte eine Geschichte voller Wehmut werden, ein Roman vom Abschied, ein Rückblick auf ein erfülltes Leben oder eines voller Enttäuschungen und verpasster Chancen – melancholisch, traurig oder auch versöhnlich. Wenn, ja wenn Margaret Laurence in Der steinerne Engel nicht Hagar Shipley zur Hauptfigur gemacht hätte. Denn Hagar ist, hier passt der altmodische Ausdruck perfekt, eine richtige Kratzbürste. Weiterlesen „Margaret Laurence – Der steinerne Engel – Singular Plurality – Singulier Pluriel“

Hanne Ørstavik – Ti amo

Wie soll man damit umgehen, dass ein nahestehender, geliebter Mensch stirbt? Ein Mensch, mit dem man Tag für Tag das Leben und das Bett teilt? Wie soll man damit umgehen, dass dieser Mensch nicht über seinen Tod, nicht über sein Sterben, kaum über seine Krankheit und sein Befinden sprechen möchte? Wie soll man mit der großen Einsamkeit und dem Schmerz, die diese Sprachlosigkeit hervorruft, umgehen? Fragen, die sich Hanne Ørstavik in ihrem schmalen Text Ti amo stellt. Weiterlesen „Hanne Ørstavik – Ti amo“

Ayelet Gundar-Goshen – Wo der Wolf lauert

„Ich sehe im Geist diese winzigen Fingerchen, die eines Neugeborenen, und versuche zu begreifen, wie sie zu den Fingern eines Mörders heranwachsen konnten.“ Ein Satz, der seine Leser:innen magnetisch hineinzieht in den neuen Roman der israelischen Bestseller-Autorin Ayelet Gundar-Goshen – Wo der Wolf lauert. Weiterlesen „Ayelet Gundar-Goshen – Wo der Wolf lauert“

Leïla Slimani – Das Land der Anderen

Seitdem Leïla Slimani 2016 für ihren Roman Dann schlaf auch du mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet wurde, gilt die 1981 in Rabat/Marokko geborene Autorin als eine der renommiertesten und einflussreichsten Autor:innen Frankreichs. Psychologisch genau, offen, nüchtern und eher knapp war auch bereits ihr erster Roman All das zu verlieren, der auf Deutsch erst 2019 veröffentlicht wurde. Nun erscheint von Leïla Slimani ein etwas anderes, auf drei Teile angelegtes Romanprojekt, das episch breiter eine Familiengeschichte zwischen Frankreich und Marokko erzählt, die sehr derjenigen der Autorin ähnelt – Das Land der Anderen ist der erste Band. Weiterlesen „Leïla Slimani – Das Land der Anderen“

Yulia Marfutova – Der Himmel vor hundert Jahren

Mit Der Himmel vor hundert Jahren schreibt Yulia Marfutova einen ganz erstaunlichen Debütroman und erzählt mit einer ganz eigenen Sprache über einen kleinem, abgelegenen russischen Ort zu Beginn des russischen Bürgerkriegs 1918, der erfahren muss, dass auch hier eine neue Realität Einzug hält. Weiterlesen „Yulia Marfutova – Der Himmel vor hundert Jahren“

Ali Smith – Frühling – Der Jahreszeitenzyklus

Die britische Autorin Ali Smith hat mit ihrem Jahreszeiten-Zyklus, dem aktuell nach Herbst und Winter der Frühling zugesellt wurde, eines der interessantesten Buchprojekte der letzten Jahre geschaffen. 2016 begonnen und jährlich um einen Band erweitert, waren und sind die Romane nah dran an den aktuellen Geschehnissen und Befindlichkeiten auf der Britischen Insel und der Schieflage, die in vielen Bereichen dort aufgetreten ist. Ob Brexit, zunehmende soziale Kälte oder Ende des Wohlfahrtstaats, ihre politisch brisanten Themen kombiniert sie mit zahlreichen literarischen Anspielungen, viel Geist und Witz. Shakespeare und Dickens ihre literarischen Heiligen, in Frühling huldigt sie zusätzlich noch Rainer Maria Rilke, Katherine Mansfield, Charlie Chaplin und Beethoven – wie immer augenzwinkernd.

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Nadia Bozak – Der Junge

Die kanadische Autorin Nadia Bozak arbeitet an einer Trilogie namens Border Trilogy. Manch einer mag da aufhorchen. Ja, es gibt eine gleichnamige Romanserie des amerikanischen Autors Cormac McCarthy: Alle hübschen Pferde, Der Grenzgänger und Land der Freien. Ähnlichkeiten und Bezüge sind offensichtlich. Mit Der Junge wird nun der zweite Teil dieser (geplanten) Trilogie von Nadia Bozak auch auf Deutsch veröffentlicht. Weiterlesen „Nadia Bozak – Der Junge“

Laila Lalami – Die Anderen

„Mein Vater wurde in einer Frühlingsnacht vor vier Jahren getötet, während ich in der Ecknische eines kurz zuvor eröffneten Bistros in Oakland saß“. So lässt Laila Lalami ihren Roman Die Anderen beginnen. Lange Zeit weiß man nicht ob das Buch nun ein Familienroman, ein Krimi, eine Gesellschaftsstudie oder eine Liebesgeschichte sein wird. Am Ende ist es eine gelungene Mischung aus allem. Weiterlesen „Laila Lalami – Die Anderen“

Jacqueline Woodson – Alles glänzt

Die 1963 geborene US-amerikanische Autorin Jacqueline Woodson ist vor allem für ihre Kinder- und Jugendbücher bekannt und vielfach preisgekrönt. 2016 (dt. 2018) veröffentlichte sie mit Ein anderes Brooklyn erstmals einen Roman, der sich an ein älteres Publikum wendet. Dabei blieb sie vielen ihrer Themen wie Coming of age, Rassismus, Klassismus, Gender und Homosexualität treu. Auch in ihrem neuesten Roman, der auf Deutsch unter dem Titel Alles glänzt erscheint, konzentriert Jacqueline Woodson diese Themen in Familiengeschichten. Weiterlesen „Jacqueline Woodson – Alles glänzt“

Shida Bazyar – Drei Kameradinnen

Es beginnt mit einer Zeitungsmeldung. „Jahrhundertbrand in der Bornemannstraße“. Tote, Verletzte und eine Verdächtige in Polizeigewahrsam. Saya M. aus R., von Radikalisierung ist die Rede, von „Wut als Teil ihrer DNA“, von islamistischem Terror, aber auch von linker Gesinnung. Eindeutig ein populistischer Beitrag. Und: brennen nicht eigentlich immer eher die Häuser, in denen Menschen wie Saya wohnen, als dass diese als Brandstifter auftreten? Andererseits… Die Leserin beginnt, sich Gedanken zu machen. Zum Glück schaltet sich bald, bevor sie sich zu schnell in voreiligen Schlüssen einrichten kann, eine Erzählerin ein. Kasih, Freundin von Saya und eine der Drei Kameradinnen bei Shida Bazyar, will nach eigenem Bekunden „fair bleiben, alle Missverständnisse aus dem Weg räumen.“ Gut. Recht bald kommen jedoch Zweifel in die Zuverlässigkeit dieser Erzählerin auf. Weiterlesen „Shida Bazyar – Drei Kameradinnen“