Jean-Paul Dubois – Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise

Jean-Paul Dubois hat 2019 den französischen Prix Goncourt mit einem sehr amerikanischen Roman gewonnen. Der 1950 in Toulouse geborene Dubois war ab 1984 zwanzig Jahre lang Amerikabeobachter für das französische Nachrichtenmagazin Le nouvel observateur und bezeichnet sich selbst als großer Verehrer von amerikanischen Autoren wie Philip Roth und John Updike. Aber nicht nur die stilistische Nähe macht „Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise“ zu einem „amerikanischen“ Roman, Jean-Paul Dubois wählt als einen zentralen Handlungsort den nordamerikanischen Kontinent. Dort, im Bordeaux-Gefängnis in Montréal, Québec, Kanada, sitzt sein Ich-Erzähler eine Haftstrafe ab. Weiterlesen “Jean-Paul Dubois – Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise”

Tanya Tagaq – Eisfuchs

Wer je den Kehlkopfgesang der Inuit hören konnte (anlässlich der Übergabe der Gastlandrolle der Frankfurter Buchmesse von Norwegen an Kanada hatte ich die Gelegenheit dazu), wird ihn nicht mehr vergessen. Zutiefst fremdartig, hart, drängend, fast ein wenig gewaltvoll, zugleich werbend, lockend und zärtlich ist diese Art des Gesangs ein wenig verstörend und für unsere Ohren ganz sicher eines nicht: schön. All das trifft auch auf den Debütroman der kanadischen Sängerin und Performerin Tanya Tagaq, „Eisfuchs“ zu. Weiterlesen “Tanya Tagaq – Eisfuchs”

Alix Ohlin – Robin und Lark

Kanada wirft als künftiges Gastland der Frankfurter Buchmesse (so sie denn wie geplant stattfinden kann) zaghaft seine Schatten voraus. In einigen Verlagen erscheinen bereits kanadische Autor*innen mit ihren aktuellen Büchern. Auch wenn das Land sich bisher nicht annähernd so aktiv und mitreißend präsentiert wie das Norwegen im vergangenen Jahr getan hat, habe ich doch einige Titel in den Frühjahrs-Programmen entdeckt. Einer davon stammt von Alix Ohlin, „Robin und Lark“. Weiterlesen “Alix Ohlin – Robin und Lark”