Margaret Laurence – Der steinerne Engel – Singular Plurality – Singulier Pluriel

*Werbung/Kooperation

Buch jetzt! Und lies dich nach Kanada.

Bald ist es nun endlich soweit und das Literaturland Kanada ist nach dem pandemiebedingt im vergangenen Jahr nur virtuell stattgefundenen Ehrengastauftritt auf der Frankfurter Buchmesse 2021 zu Gast. Unter dem Motto Singular Plurality – Singulier Pluriel („einzigartige Pluralität“) stellt sich eine Literaturlandschaft von großer Vielfältigkeit vor, die sowohl ihre Unterschiede, als auch ihre Gemeinsamkeiten präsentieren möchte. Im Rahmen von Buch jetzt! Und lies dich nach Kanada habe ich mich auf eine kleine literarische Reise begeben, auf die ich euch gerne mitnehmen möchte. Mit Margaret Laurence und ihrem Der steinerne Engel hat mich ein Klassiker der kanadischen Literatur sehr begeistern können. Eine Entdeckung, die ich hier gerne teilen möchte.

Eine 90jährige – am Ende ihres Lebens. Das könnte eine Geschichte voller Wehmut werden, ein Roman vom Abschied, ein Rückblick auf ein erfülltes Leben oder eines voller Enttäuschungen und verpasster Chancen – melancholisch, traurig oder auch versöhnlich. Wenn, ja wenn Margaret Laurence in Der steinerne Engel nicht Hagar Shipley zur Hauptfigur gemacht hätte. Denn Hagar ist, hier passt der altmodische Ausdruck perfekt, eine richtige Kratzbürste. Weiterlesen „Margaret Laurence – Der steinerne Engel – Singular Plurality – Singulier Pluriel“

Justin Steinfeld – Ein Mann liest Zeitung

Immer wieder einmal erscheinen Romane und andere Schriften in Neuauflage, die Zeugnis ablegen über die dunkelste Zeit der deutschen und europäischen Geschichte. Bücher, die kaum jemand kennt, die, wenn überhaupt, vor vielen Jahren in Deutschland erschienen sind und denen wenig Beachtung geschenkt wurde. Bücher, deren Autoren schon längst verstorben sind. Und bei denen man sich verblüfft fragt: Warum erst jetzt? Wie konnte dieser Text in Vergessenheit geraten? Oder gar nicht erst Beachtung finden? Um solch ein Buch handelt es sich bei „Ein Mann liest Zeitung“ von Justin Steinfeld. Weiterlesen „Justin Steinfeld – Ein Mann liest Zeitung“

Ray Bradbury – Fahrenheit 451

Fahrenheit 451, vom US-amerikanischen Autor Ray Bradbury 1953 in nur neun Tagen zu Papier gebracht und im gleichen Jahr veröffentlicht, zählt schon lange zu den klassischen dystopischen Romanen. Wie seine „großen“ Brüder Schöne neue Welt von Aldous Huxley (1932) und 1984 von George Orwell (1949) zeichnet Fahrenheit 451 eine düstere Zukunftsvision, indem er bestimmte gesellschaftliche Tendenzen und Entwicklungen antizipiert oder auch nur weiterentwickelt. Dabei ist es ihm weniger um technische Errungenschaften als um das Zusammenleben der Menschen auf der Erde und die Organisation ihrer Beziehungen in bestimmten Gesellschaftssystemen zu tun. Weiterlesen „Ray Bradbury – Fahrenheit 451“

Berlin Alexanderplatz – 2020 – (Film von Burhan Qurbani)

Am 14. April sollte er deutschlandweit in den Kinos starten und am 2. März saß ich mit etwa einem Dutzend Pressevertretern erwartungsvoll im kleinen Saal des Frankfurter Arthouse-Kinos Cinema in tiefen roten Plüschsesseln. Es sollte für lange Zeit meine letzte kulturelle Veranstaltung sein, das wusste ich da aber natürlich noch nicht. Am nächsten Tag wurde die Leipziger Buchmesse abgesagt und was dann kam, wisst ihr ja. Nun ist der Kinostart für Berlin Alexanderplatz, die überwältigende Neuverfilmung des Klassikers von Alfred Döblin, am 16/Juli/ 2020 angesetzt. Und ich möchte euch diesen Film in seiner Bildgewalt, in seiner mutigen Neuinterpretation des bekannten Stoffs und seiner beeindruckenden schauspielerischen Kraft ans Herz legen. Weiterlesen „Berlin Alexanderplatz – 2020 – (Film von Burhan Qurbani)“

James Baldwin – Die Romane – Giovannis Zimmer

Zum ersten Mal begegnete ich James Baldwin im Radio. Auf SWR2 lief ein Feature über einen afro-amerikanischen Schriftsteller, der Anfang der 1950er Jahre in einem kleinen Dorf im Schweizer Kanton Wallis auftauchte und die dort lebenden Menschen in einiges Staunen versetzte. „Wie ein Schaf in der Wüste: Als Baldwin die Schweiz besuchte“ nannten die Autoren Rolf Hermann und Michael Stauffer ihren Beitrag von 2011. Damals begann die Wiederentdeckung eines der wichtigsten US-amerikanischen Autoren, der in seinem Heimatland zwar ein Klassiker, aber doch ein wenig vergessen war. Nicht zuletzt die Wahl von Barack Obama, der James Baldwin als eine seiner Leitfiguren nannte, aber auch das Wiedererstarken der Bürgerrechtsbewegung in Zuge von „Black lives matter“ verschaffte seinem Werk erneut Aufmerksamkeit. Auch in Deutschland war die auf dem unvollendeten Manuskript „Remember This House“ beruhende filmische Collage von Raoul Peck (2017), in der er dem weißen Rassismus in der amerikanischen Gesellschaft nachspürt, ein großer Erfolg. „I´m not your negro wurde vielfach ausgezeichnet und Oscar nominiert. Seit 2018 erscheinen bei DTV hervorragende Neuübersetzungen der Werke von James Baldwin, zuletzt „Giovannis Zimmer“. Weiterlesen „James Baldwin – Die Romane – Giovannis Zimmer“

Cora Sandel – Café Krane

Die 1880 als Sara Cecilie Margarete Gørvell Fabricius in Christiania geborene und in Tromsø aufgewachsene Schriftstellerin Cora Sandel kennt kaum eine Leser*in hier in Deutschland. In ihrem Heimatland gehört sie allerdings zu den ganz großen Autorinnen, den Klassikern. Auf Deutsch wurde in den 1960er Jahren im Schweizer Rascher Verlag ihre als Hauptwerk geltende Alberte-Trilogie veröffentlicht. Anlässlich des Gastlandauftritts Norwegens zur Frankfurter Buchmesse 2019 erschien nun ein anderes Werk von Cora Sandel: Café Krane. Weiterlesen „Cora Sandel – Café Krane“

Giuseppe Tomasi di Lampedusa – Der Leopard

Ein italienischer Klassiker, ja als „Jahrhundertroman“ gilt das 1958, ein Jahr nach dem Tod des Autors erschienene erste und einzige Buch von Giuseppe Tomasi di Lampedusa, „Der Leopard“. Und das, obwohl es zuvor von den bedeutenden Verlagshäusern Italiens abgelehnt wurde und erst der Schriftsteller und damalige Lektor von Feltrinelli Giorgio Bassani seinen Wert erkannte.

Es waren die tief im 19. Jahrhundert verankerte Thematik und Erzählweise, die zu einer Zeit, in der man eher von der Avantgarde fasziniert war, von der Moderne, dem Experimentellen, wenig Interesse weckte. Beim Publikum wurde der Roman allerdings gleich ein großer Erfolg und 1963 von Luchini Visconti legendär mit Burt Lancaster, Claudia Cardinale und Alain Delon verfilmt. Weiterlesen „Giuseppe Tomasi di Lampedusa – Der Leopard“

Ford Maddox Ford – Die allertraurigste Geschichte

Es ist eine in vieler Hinsicht merkwürdige Geschichte, die da erzählt wird. Ob sie auch die „allertraurigste“ ist, wie der Titel ankündigt und der Erzähler beteuert, muss am Ende der Leser entscheiden. Ein zu Unrecht ein wenig vergessener moderner Klassiker ist Die allertraurigste Geschichte von Ford Maddox Ford auf jeden Fall.

„Dies ist die traurigste Geschichte, die ich je gehört habe. Neun Jahre hindurch hatten wir während der Kursaison in Bad Nauheim mit den Ashburnhams in der größten Vertrautheit verkehrt – oder vielmehr in einem Verhältnis zu ihnen gestanden, das so lose und unbeschwert und doch so eng war wie das eines guten Handschuhs mit Ihrer Hand. Meine Frau und ich kannten Hauptmann und Mrs. Ashburnham so gut, wie man jemanden nur kennen kann, und doch wussten wir auch wieder gar nichts von ihnen.“

Viele namhafte Schriftsteller, wie Graham Greene, William Carlos Williams, Ian McEwan und Julian Barnes, von dem ein kurzer Essay der vorliegenden Ausgabe als Nachwort beigefügt wurde, nennen den 1915 veröffentlichten Roman „Die allertraurigste Geschichte“ (Original „The Good Soldier“) einen der bedeutendsten und gleichzeitig fast vergessenen, zumindest zu gering geachteten englischen Romane des 20. Jahrhunderts. Genauso wie seinen Autoren Ford Maddox Ford (1873-1939). Weiterlesen „Ford Maddox Ford – Die allertraurigste Geschichte“

Betty Smith – Ein Baum wächst in Brooklyn

„A tree grows in Brooklyn“, Ein Baum wächst in Brooklyn, jener erste Roman von Betty Smith aus dem Jahr 1943, ist einer der Kultromane der US-amerikanischen Literatur und kann dort durchaus in einem Atemzug genannt werden mit etwa „To kill a mockingbird“ oder „Catcher in the rye“. Für den Pulitzer-Prize nominiert, wurde er 1945 sehr erfolgreich von Elia Kazan verfilmt. Mir waren tatsächlich weder Buch noch Film bekannt. Weiterlesen „Betty Smith – Ein Baum wächst in Brooklyn“

Mala Laaser – Karl und Manci

Mala Laaser – Karl und Manci

„…dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“

Heinrich Heine

Nach der großen Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 und der im Juni desselben Jahres erfolgten Gründung des „Reichsverbandes deutscher Schriftsteller“, spätestens aber nach der ersten Veröffentlichung der Liste 1 des schädlichen und unerwünschten Schrifttums im Jahr 1935 war für Schriftsteller und Journalisten, die aus rassischen oder politischen Gründen nicht in die nationalsozialistische Ideologie passten, eine Veröffentlichung ihrer Werke und damit auch ihr Lebensunterhalt im Deutschen Reich nahezu unmöglich gemacht worden.

Für die allermeisten blieb nur das Exil. Wenige, bei denen zumindest die rassischen Verfolgungsgründe fehlten, darunter Hans Fallada und Wolfgang Koeppen, zogen sich in ein „Inneres Exil“ zurück. Letzterer kehrte nach Jahren im Ausland 1938 nicht zuletzt deshalb nach Deutschland zurück, weil seine Existenzgrundlagen in den Niederlanden nicht gesichert waren. Weiterlesen „Mala Laaser – Karl und Manci“