Minka Pradelski – Es wird wieder Tag

Die Frankfurter Soziologin Minka Pradelski wurde 1947 im Lager für Displaced Persons in Zeilsheim geboren, in ihrem neuen Roman Es wird wieder Tag fügt sie der großen Geschichte der Shoah ein weiteres, persönliches Mosaiksteinchen hinzu. Sie erzählt von Überlebenden, deren Leidensweg weit über die Befreiung der Lager hinausgeht, die ihre Traumata in die Nachkriegszeit mitnehmen und an die Nachfolgegenerationen weitervererben. Gerade weil sie diese davor schützen wollen. Durch Schweigen. Weiterlesen “Minka Pradelski – Es wird wieder Tag”

Florian Huber – Hinter den Türen warten die Gespenster. Das deutsche Familiendrama der Nachkriegszeit

Im Dritte Reich galt die Familie als die „Keimzelle des Volkes“. Sie wurde idealisiert, kontrolliert und indoktriniert. Aber was blieb von ihr übrig nach dem Zusammenbruch? Welche Spuren hinterließen die Jahre der nationalsozialistischen Herrschaft? Und wie lange wirkten diese Einflüsse fort? Vielleicht sogar bis in unsere heutige Zeit? Florian Huber untersucht das in Hinter den Türen warten die Gespenster. Weiterlesen “Florian Huber – Hinter den Türen warten die Gespenster. Das deutsche Familiendrama der Nachkriegszeit”

Marceline Loridan-Ivens – Und du bist nicht zurückgekommen

Marceline Loridan-Ivens – Und du bist nicht zurückgekommen

Marceline Loridan-Ivens - Und du bist nicht zurückgekommen

 

“Ich bin ein fröhlicher Mensch gewesen, weißt du, trotz allem, was uns widerfahren ist. Fröhlich auf unsere Art, aus Rache dafür, dass wir traurig waren und dennoch lachten. Die Leute mochten das an mir. Aber ich verändere mich. Es ist keine Bitterkeit, ich bin nicht bitter. Es ist, als wäre ich schon nicht mehr da. Ich höre Radio, die Nachrichten, ich weiß, was geschieht, und es macht mir oft Angst. Ich habe hier keinen Platz mehr.”

Das Gefühl, keinen Platz mehr zu haben, kennt Marceline Loridan-Ivens aus ihrer Jugend.
1943, mit 15 Jahren, wurde sie zusammen mit ihrem Vater aus Frankreich deportiert. Sie nach Birkenau, er nach Auschwitz. Zwei Lager, die nur drei Kilometer trennten und zwischen denen doch ein unüberwindbarer Abgrund klaffte. Weiterlesen “Marceline Loridan-Ivens – Und du bist nicht zurückgekommen”

Françoise Frenkel – Nichts um sein Haupt zu betten

Françoise Frenkel – Nichts, um sein Haupt zu betten

Françoise Frenkel - Nichts um sein Haupt zu betten

„Aber, Madame, Sie scheinen mir das politische Klima im gegenwärtigen Deutschland nicht zu kennen!“

rief der französische Generalkonsul, die Arme zum Himmel erhoben aus, als ihm Françoise Frenkel ihren Plan, im Jahr 1921 in Berlin eine französische Buchhandlung zu eröffnen unterbreitete. Der Erste Weltkrieg war noch nicht lange beendet, es war die Rede von der „Schmach von Versailles“, die Dolchstoßlegende kursierte und rechte Kräfte rotteten sich bereits zusammen. Die Stimmung in der Stadt und ganz Deutschland war alles andere als frankophil.

„Man wird Ihnen den Laden zertrümmern!“

prophezeite der obige Herr. Weiterlesen “Françoise Frenkel – Nichts um sein Haupt zu betten”