Monika Helfer- Die Bagage

Es beginnt fast wie ein Märchen: am Ende eines finsteren Tals im tiefen Bregenzerwald lebte einmal eine wunderschöne Frau. Diese Frau lebte mit ihrem feschen Mann in großer Armut auf kargem Grund. Die beiden hatten vier Kinder und waren trotz einiger Not eigentlich ganz zufrieden und glücklich. Sie lebten abseits vom Dorf und die Dorfbewohner, besonders die Frauen neideten ihnen ihr Glück und der Frau ihre Schönheit. Da der Mann aber stattlich, stark und fleißig war, ließen sie sie in Ruhe. Dann kam der Große Krieg und der Mann musste fort. Davon erzählt Monika Helfer in ihrem schmalen, aber nachhaltigen Roman „Die Bagage“. Weiterlesen „Monika Helfer- Die Bagage“

Arno Geiger – Unter der Drachenwand

„Unter der Drachenwand“ – so betitelt Arno Geiger seinen neuen Roman – das klingt ein wenig bedrohlich, ein wenig mystisch und irreal, aber auch ein wenig nach Schutz und Sicherheit. Viel eindeutiger freundlich ist der harmlos klingende „Schafberg“ gleich nebenan. Oder aber auch der verträumt-beschaulich klingende „Mondsee“.

Ohne allzu viel Bedeutung in diese Ortsnamen, die eine bedeutende Rolle in Arno Geigers neuem Roman spielen, zu legen, passen sie ganz wunderbar zu der erzählten Geschichte. Ist es doch auch eine irgendwie irreale, nahezu fantastische Ruhepause, die dem jungen Veit Kolbe da inmitten des gnadenlos entfesselten Kriegsgeschehens des Jahres 1944 gegönnt wird. Und lauert doch dahinter immer das Bedrohliche, das Beängstigende, das Grauen. Weiterlesen „Arno Geiger – Unter der Drachenwand“