Olga Tokarczuk – Letzte Geschichten

Drei Letzte Geschichten verwebt Olga Tokarczuk durch die drei Protagonistinnen, drei Frauen, drei Generationen einer Familie. Daraus entsteht dennoch kein Familienroman. Zu lose sind die Verbindungen zwischen Großmutter, Mutter und Tochter. Zwar ist in der einen Geschichte die Mutter auf dem Weg zu ihrem Elternhaus und Postkarten der in der Welt herumreisenden Tochter werden erwähnt, aber die drei Frauen begegnen sich nicht, kommen sich nicht nahe, von ihren Beziehungen ist kaum die Rede. Und auch sonst sind die drei Episoden nur lose verbunden, spielen auf völlig anderen, bis auf die mittlere, die in 1993 verortet ist, nur vage benennbaren Zeitebenen. Weiterlesen “Olga Tokarczuk – Letzte Geschichten”

Seweryna Szmaglewska – Die Frauen von Birkenau

Seweryna Szmaglewska war 26 Jahre alt, als sie am 18. Juli 1942 in ihrer Heimatstadt Piotrków Trybunalski verhaftet wurde. Grund dafür war nicht die Untergrundarbeit, die die junge Warschauer Soziologiestudentin für den polnischen Widerstand leistete, sondern die tragische Fehleinschätzung eines deutschen SS-Mannes, der das Geraderücken ihrer Brille in der Öffentlichkeit als ein geheimes Signal interpretierte. Zur Zeit der deutschen Besatzung Anlass genug für eine Internierung. Seweryna Szmaglewska wurde im Oktober nach Auschwitz-Birkenau deportiert und verbrachte dort, bis sie im Januar 1945 bei der Liquidierung des Lagers fliehen konnte, unglaubliche 30 Monate als politische Gefangene. Sie begann sogleich mit der Niederschrift ihrer Erinnerungen, die sie in Polen zu einer bekannten Autorin machten und zu einer der Zeuginnen bei den Nürnberger Prozessen. Übersetzungen in zehn Sprachen folgten, Deutsch war nicht darunter. Erst jetzt, 75 Jahre später, erscheinen die Aufzeichnungen von Seweryna Szmaglewska im Schöffling Verlag unter dem Titel Die Frauen von Birkenau. Weiterlesen “Seweryna Szmaglewska – Die Frauen von Birkenau”