Gertrude Bell war zu ihrer Zeit eine der mächtigsten Frauen des British Empires und zumindest im Nahen Osten äußerst einflussreich. Heute ist die 1868 in Washington Hall im Nordosten Englands in eine sehr angesehene und reiche Familie geborene Forschungsreisende, Historikerin, Schriftstellerin, Archäologin, Alpinistin, politische Beraterin und Angehörige des britischen Geheimdienstes im Ersten Weltkrieg (Wikipedia) nahezu vergessen. Der französische Autor Olivier Guez verwebt in Die Welt in ihren Händen ihre Biografie mit der geopolitischen Geschichte des Zweistromlandes, der Kulturlandschaft in Vorderasien, die durch die großen Flusssysteme des Euphrat und Tigris geprägt ist und heute den Irak und Teile Nordostsyriens umfasst. Die Geschichte dieser Region und die Gründung des Staates Irak, an der Bell maßgeblich beteiligt war, kommen der Leser:in dabei fast näher als der Mensch Gertrude, weswegen der Originaltitel Mesopotamia für mich passender ist als der leicht pathetische deutsche. Weiterlesen „Olivier Guez – Die Welt in ihren Händen“
