Gert Loschütz – Ein schönes Paar

Bereits 1990 veröffentlichte Gert Loschütz einen autobiografisch inspirierten Text über die Flucht seiner Familie aus dem brandenburgischen Plothow nach Mittelhessen im Jahr 1957. „Flucht“ war dieses Buch schlicht betitelt und kreiste in erster Linie um die Folgen, die diese für den damals elfjährigen Ich-Erzähler hatte. Auch im neuen Roman von Gert Loschütz, „Ein schönes Paar“, ist wieder Dillenburg Handlungsort

Gert Loschütz ist ein eher zurückhaltender, zwar hoch angesehener, aber eher am Rande des deutschen Literaturbetriebs stehender Autor. Gedichte, Theaterstücke, Novellen, und dann dieser schmale Roman. Danach dauerte es bis 2005, dass mit „Dunkle Gesellschaft. Roman in zehn Regennächten“ wieder ein größeres Werk erschien, das sogleich auf der Shortlist des neu geschaffenen Deutschen Buchpreis landete. 2006 folgte sehr schnell sein Roman „Die Bedrohung“. Und nun, zwölf Jahre später, knüpft „Ein schönes Paar“ direkt an das 28 Jahre zuvor erschienene „Flucht“ an. Weiterlesen „Gert Loschütz – Ein schönes Paar“

Deutscher Buchpreis 2017 – Die Longlist

Deutscher Buchpreis 2017 – Bisher habe ich alle Siegertitel und viele der Longlist und Shortlist der vergangenen Jahre gelesen – bis auf Frank Witzel, dessen Autorenlesung ich tatsächlich nach etwas mehr als der Hälfte abgebrochen habe. Es war kein schlechter darunter, auch wenn ich die letztjährige Wahl nicht gerade begrüßt habe. Aber Bodo Kirchhoff ist einfach kein Autor für mich – und muss es ja auch gar nicht sein.

Auch dieses Jahr schaue ich wieder sehr gespannt auf das ganze Ereignis, werde mir auf jeden Fall die Leseproben-Broschüre besorgen, staune, welche Ausmaße die Idee der Buchpreisblogger mittlerweile angenommen hat, werde bei den Diskussionen mitmischen und mit einer kleinen Träne im Auge an letztes Jahr denken, wo ich bei der Verleihung des Preises im Frankfurter Römer dabei sein durfte. Ein wirklich tolles Erlebnis!

Ein Blick auf die diesjährige Longlist für den Deutscher Buchpreis 2017. Weiterlesen „Deutscher Buchpreis 2017 – Die Longlist“

Bodo Kirchhoff – Widerfahrnis

Bodo Kirchhoff – Widerfahrnis

Bodo Kirchhoff - Widerfahrnis

Amavero – Ich werde geliebt haben.

Auf langen Spaziergängen mit dem Vater hat Julius Reither einst das Konjugieren lateinischer Verben geübt. Amare – lieben – war eines davon. Sein Futur II – Ich werde geliebt haben – passt sehr gut zu der Geschichte, die Bodo Kirchhoff in seiner Novelle erzählt.

Julius Reither ist über 60 und war bis vor kurzem Verleger in einem Frankfurter Kleinverlag mit angeschlossener Buchhandlung. Als das Geschäft drohte einzuschlafen, wurde es liquidiert und mit den Erlösen ließ sich Reither in einer Wohnresidenz in den Bergen nieder.
Dort begegnet er nun die etwas jüngere Leonie Palm, die wiederum leitet in dieser Residenz einen Lesezirkel und möchte den Ex-Verleger gerne dafür gewinnen. Nicht ganz uneigennützig, denn auch sie selbst hat mit dem Schreiben begonnen nachdem ihr kleiner Hutladen immer weniger Kunden angezogen hatte.

Aus dieser Begegnung an Reithers Tür entsteht eine spontane nächtliche Fahrt an den benachbarten Achensee, aus der schließlich eine Reise bis nach Sizilien führt.
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