Helene Bukowski – Wer möchte nicht im Leben bleiben

Musik kann Zuflucht sein, Trost, Glück und Heimat, besonders wenn man sie nicht nur hören, sondern selbst zu machen in der Lage ist. Schon für ganz kleine Kinder ist es faszinierend, wenn aus einem „Ding“ plötzlich ein Ton erschallt, wenn man mit ihm interagiert. Noch betörender, wenn daraus wundervolle Melodien tönen. Musikmachen bedeutet neben Faszination aber auch Arbeit, Disziplin, Fleiß und im besten Fall auch Talent, will man nicht nur ein wenig „klimpern“. Das lernen die kleinen Musikschüler bald. Und nicht wenige schreckt das ab. Die anderen verbindet meist eine lebenslange Liebe zur Musik und „ihrem“ Instrument. Nur sehr selten reicht es zu Profiqualitäten, wird die Liebe zur Profession. Viel zu oft verbirgt sich dahinter ein System aus Disziplin, Drill und Druck. Sehr ausgeprägt war (ist) dies in Fernost und den kommunistischen Ländern. Die Autorin Helene Bukowski hat ein Leben, das daran zerbrochen ist, in den Mittelpunkt ihres neuen, für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 nominierten Roman Wer möchte nicht im Leben bleiben gestellt. Weiterlesen „Helene Bukowski – Wer möchte nicht im Leben bleiben“

Christopher Kloeble – Durch das Raue zu den Sternen

War Beethoven eine Frau und die Tochter von König Friedrich Wilhelm II.? Und damit die weltbeste Tondichterin aller Zeiten? Zumindest die 13-jährige Arkadia, die sich selbst lieber wie ihre Mutter nach der Tonart Moll nennt, ist davon fest überzeugt. Eingeflüstert hat ihr diese allgemein geleugnete „Wahrheit“ ebenso ihre Mutter, die eine nicht ganz so erfolgreiche Tonkünstlerin in der bayerischen Provinz ist. An ihrem Neo-Bechstein, einem der nur 150 Exemplare, die von diesem elektromechanischen Flügel gebaut wurden, komponiert und singt sie für und mit ihrer Tochter. Gerne wäre sie auch die Organistin der fleißig besuchten Kirche. Aber Frauen haben hier auf dem Dorf Anfang der 1990er Jahre schlechte Karten bei offiziellen Stellen und bei öffentlicher Anerkennung. So wie einst auch Beethoven. Die Musik steht im Mittelpunkt des neuen Romans Durch das Raue zu den Sternen von Christopher Kloeble. Sie ist die große Leidenschaft von Moll und das, was sie mit ihrer Mutter verbindet, nachdem diese nun „kurz weggegangen“ ist. Weiterlesen „Christopher Kloeble – Durch das Raue zu den Sternen“

Deborah Levy – Augustblau

Augustblau – August Blue, im englischen Original weitet sich der Titel des neuen Romans von Deborah Levy zu noch mehr Deutungsmöglichkeiten. Und für das literarische Werk der 1959 in Südafrika geborenen und in Großbritannien aufgewachsenen Autorin sind diese vielfältigen Deutungsebenen so wichtig wie die Musikalität ihrer Texte und ihr Anspielungsreichtum. Traurigkeit liegt im Titel, aber auch Melancholie und Sehnsucht. Weiterlesen „Deborah Levy – Augustblau“