Die 90er Jahre sind gerade schwer „in“. Vielleicht weil die frühen Millenials jetzt in das Alter kommen, in dem man beginnt, zurückzuschauen auf die eigenen „Wilden Jahre“. Vielleicht aber auch, weil die 1990er als eine (vielleicht zu Unrecht) besonders sorglose, optimistische Zeit gelten und das in den heutigen chaotischen, als bedrohlich empfundenen Tagen nostalgische Gefühle hervorruft. Natürlich gab es damals die Jugoslawienkriege, die tief erschütterten ob der Grausamkeiten, die quasi vor unserer Haustür in Europa geschahen. Etwas weiter weg war der Völkermord in Ruanda mit dem uns eigenen Menschenverstand gar nicht mehr zu begreifen.
Aber: ganz ehrlich – für wen von uns standen nicht der Fall des Eisernen Vorhangs, die deutsche Wiedervereinigung und das vermeintliche Ende des kalten Krieges, der bedrohlichen atomaren Konfrontation von Russland und Nato, also „das Ende der Geschichte“ (nach Francis Fukuyama) im Vordergrund? Für die meisten war es eine Zeit der Aufbruchsstimmung, des Neubeginns, der rundum positiven Grundstimmung in der Politik wie in der Bevölkerung – zumindest in Westdeutschland. Weiterlesen „Kristof Magnusson – Die Reise ans Ende der Geschichte“
