1921 – Der weltberühmte Schriftsteller William Somerset Maugham besucht auf seiner Asienreise seinen alten Schulfreund Robert Hamlyn auf der Insel Penang. Mit dabei ist sein Sekretär und – zunächst sind es nur Gerüchte – Liebhaber Gerald. Daheim in London warten die ungeliebte Ehefrau Syrie und die Tochter Elizabeth. Der malaysische Autor Tan Twan Eng verwebt diese Episode mit Rückblicken ins Jahr 1910 und einer in der südafrikanischen Halbwüste Karoo 1947 spielenden Rahmenhandlung elegant und meisterhaft in seinem 2023 für den Booker Prize nominierten Roman Das Haus der Türen. Weiterlesen „Tan Twan Eng – Das Haus der Türen“
Schlagwort: China
Madeleine Thien – Sag nicht wir hätten gar nichts
„Die Internationale“, jenes „Kampflied der sozialistischen Arbeiterbewegung“, das die Einheit der Arbeiter über alle Ländergrenzen hinweg beschwört, existiert selbst in unzähligen nationalen Textfassungen, die voneinander jeweils nicht unerheblich abweichen können. Ursprünglich stammt der Text von Eugène Pottier, der ihn 1871 nach dem Fall der Pariser Kommune verfasste. In der bekanntesten deutschen Version von 1910 heißt es, neben der allseits bekannten Zeile „Völker hört die Signale, Auf zum letzten Gefecht! Die Internationale erkämpft das Menschenrecht“, am Ende der ersten Strophe: „Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger/Alles zu werden, strömt zuhauf!“ (im Original: „Nous ne sommes rien, soyons tous“). In ihrer chinesischen Version wird daraus, in der englischen Übertragung, „Do not say we have nothing, we shall be the masters of the world“. Von hier stammt der Titel des große Romans von Madeleine Thien über mehr als sechzig Jahre chinesische Geschichte – Sag nicht wir hätten gar nichts – dankenswerter Weise in der deutschen Ausgabe beibehalten. Weiterlesen „Madeleine Thien – Sag nicht wir hätten gar nichts“

