Jovana Reisinger – Still halten – Das Debüt 2017 – Bloggerpreis #4

Der dritte von mir im Rahmen der Juryauswahl für den Bloggerpreis „Das Debüt“ gelesene Roman, „Still halten“ von Jovana Reisinger , war für mich eine Herausforderung, die ich angenommen, aber nur teilweise durchgehalten habe.

Nachdem gleich der erste Titel der Shortlist, Julia Webers „Immer ist alles schön“, so gar nicht meinen Vorstellungen von einem guten Buch entsprochen hat, ich ihn aber bis zum Ende gelesen habe, muss ich zugeben, bei „Still halten“ doch etliche Seiten quergelesen zu haben. Weiterlesen „Jovana Reisinger – Still halten – Das Debüt 2017 – Bloggerpreis #4“

Betty Smith – Ein Baum wächst in Brooklyn

„A tree grows in Brooklyn“, Ein Baum wächst in Brooklyn, jener erste Roman von Betty Smith aus dem Jahr 1943, ist einer der Kultromane der US-amerikanischen Literatur und kann dort durchaus in einem Atemzug genannt werden mit etwa „To kill a mockingbird“ oder „Catcher in the rye“. Für den Pulitzer-Prize nominiert, wurde er 1945 sehr erfolgreich von Elia Kazan verfilmt. Mir waren tatsächlich weder Buch noch Film bekannt. Weiterlesen „Betty Smith – Ein Baum wächst in Brooklyn“

Juliana Kálnay – Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens – Das Debüt 2017 – Bloggerpreis #3

Nachdem das erste Buch der Shortlist für den Bloggerpreis „Das Debüt“ mich doch weitgehend und umfassend enttäuscht hat (Julia Weber – Immer ist alles schön) bin ich ein wenig zögerlich an das zweite Buch herangegangen. Denn auch wenn eine Bloggerkollegin mir „Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens“ von Juliana Kálnay empfohlen hat, ist doch der Inhalt eigentlich so gar nicht meins. „Surreale und groteske Motive“, von einem „schillernden Fantasie-Universum“ ist da die Rede. Bekennende Anhängerin der realistischen und gern auch ein weniger artistischen Erzählweise, die ich bin, hat mich das ein wenig abgeschreckt.

Doch schon nach wenigen Seiten schwand mein Widerstand gegen das Buch fast ganz dahin. Weiterlesen „Juliana Kálnay – Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens – Das Debüt 2017 – Bloggerpreis #3“

Joachim Meyerhoff – Die Zweisamkeit der Einzelgänger

Joachim Meyerhoff ist ein begnadeter Plauderer und Geschichtenerzähler. Wer ihn einmal live oder auch nur auf dem Bildschirm erlebt hat, wird dies begeistert bestätigen. Auch seine autobiografischen Romane (auf diese Fiktionalisierung legt der Autor viel Wert) waren ursprünglich als Bühnenprojekt konzipiert und auch in der Bühnenfassung am Wiener Burgtheater ein großer Erfolg. 2011 erschien dann der erste Band der Romanfassung, „Amerika“. Nun erscheint von Joachim Meyerhoff mit Die Zweisamkeit der Einzelgänger dieFortsetzung. Weiterlesen „Joachim Meyerhoff – Die Zweisamkeit der Einzelgänger“

Joachim Meyerhoff – Alle Toten fliegen hoch – #Backlist

Mit „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ ist der vierte Band der autobiografischen Romane von Joachim Meyerhoff „Alle Toten fliegen“ hoch erschienen. Für mich ein Grund, meine nach der Lektüre verfassten Rezensionen noch einmal hervorzuholen und in „Revisited“ zu veröffentlichen. Der neue Band hat mich leicht enttäuscht, aber die ersten drei gehören sich zu meinen „All-time-favorites“. Weiterlesen „Joachim Meyerhoff – Alle Toten fliegen hoch – #Backlist“

Julia Weber – Immer ist alles schön – Das Debüt 2017 – Bloggerpreis #2 –

Seit Bekanntgabe der offiziellen Shortlist für den Bloggerpreis Das Debüt 2017 hat die heiße Phase des Preises begonnen und die Jurymitglieder lesen sich durch die fünf kandidierenden Titel mit insgesamt ca. 1600 Seiten. Ich habe mit Julia Weber – Alles ist immer schön aus dem kleinen Schweizer Limmat Verlag begonnen – für mich leider ein denkbar schlechter Start. Weiterlesen „Julia Weber – Immer ist alles schön – Das Debüt 2017 – Bloggerpreis #2 –“

Daniel Kehlmann Tyll

 Ein pralles Sittenbild aus dem Dreissigjährigen Krieg und ein großartiger historischer Roman : Daniel Kehlmann Tyll – Rezension

Tyll – prangt in großen, etwas ungelenken Lettern in grellem Orange über einem Mummenschanzbild von Francisco Goya. Das Cover lenkt den Leser sofort auf die Spur von Till Eulenspiegel, jenem legendären Schalk und Narren, der im 14. Jahrhundert seine geistreichen, oft auch derben Späße machte, die in der vermutlich 1510 erstmals veröffentlichten Sammlung „Ein kurtzweilig lesen von Dyl Ulenspiegel“ bis heute populär sind.

Liest man weiter im Klappentext, erfährt man aber eine leichte Verunsicherung. Vom 17. Jahrhundert ist hier die Rede, vom Dreißigjährigen Krieg, in dem das Buch spielt. Weiterlesen „Daniel Kehlmann Tyll“

Richard Russo – Ein Mann der Tat

Der US-amerikanische Autor Richard Russo wurde in Deutschland erst in den letzten Jahren so richtig bekannt. Sein 2010 bei Dumont erschienener, übrigens großartiger Roman „Diese alte Sehnsucht“ ging noch relativ unter. Erst mit der Veröffentlichung von „Diese gottverdammten Träume“, der breites Kritikerlob und mediale Öffentlichkeit bekam, aber auch die Herzen vieler LeserInnen eroberte, wurde er hierzulande richtig populär. Nun erscheint der neue Roman von Richard Russo – Ein Mann der Tat. Weiterlesen „Richard Russo – Ein Mann der Tat“

Volker Kutscher – Moabit

Die Romane von Volker Kutscher aus dem Berlin der Zwanziger und Dreißiger Jahre rund um den Kriminalkommissar Gereon Rath und Charly Ritter sind mittlerweile fast ein wenig Kult, nun erscheint Moabit. Seit diesem Frühjahr gibt es zusätzlich zu den mittlerweile erschienenen sechs Bänden eine von Arne Jysch illustrierte Graphic Novel von „Der nasse Fisch“ und die gerade angelaufene Fernsehserie „Babylon Berlin“, die auf den Büchern beruht, zeichnet als die bislang teuerste Fernsehproduktion und erlangte gewaltige Medienaufmerksamkeit obwohl sie bislang nur auf dem Bezahlsender Sky läuft. Weiterlesen „Volker Kutscher – Moabit“

Mohsin Hamid – Exit West

Rezension zu Mohsin Hamid – Exit West :

Laut UN sind weltweit mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht. Sei es vor Kriegen, Terror, politischen Verfolgungen, sexuellen Diskriminierungen, aus purer Not oder Perspektivlosigkeit, diese Menschen zieht es in den Westen, manchmal trotz Vorbehalten gegenüber den dort herrschenden Werten und der Lebensweise dort, immer aber mit der großen Hoffnung, ein besseres, ein erfüllteres Leben zu finden. Auch wenn die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit nicht mehr so groß ist wie in den Jahren 2015/2016, als sich besonders viele Menschen aus dem Nahen Osten und dem nördlichen Afrika aufmachten, ihr Glück in Europa zu suchen, beherrscht das Thema die Nachrichten im Fernsehen und den Printmedien, bestimmt es Wahlkämpfe mit, entzweit es die Bevölkerungen der westlichen Staaten darüber, wie umzugehen ist mit diesem Phänomen, das nicht einfach verschwindet, das sich als eine feste Konstante des globalisierten 21. Jahrhunderts festzusetzen scheint. Weiterlesen „Mohsin Hamid – Exit West“