Edward St. Aubyn – Dunbar und seine Töchter

Das Hogarth Shakespeare Projekt, jener Versuch, die Stücke des berühmten William Shakespeare durch renommierte zeitgenössische Autoren in die Gegenwart zu versetzen und damit ihre Zeitlosigkeit zu demonstrieren und gleichzeitig eine Würdigung dessen Werkes darzustellen, geht in Deutschland in eine neue Runde. Nach Jeannette Wintersons, Howard Jacobsons, Ann Tylers und Margaret Atwoods Beiträgen erscheint die Version von „King Lear“: Edward St Aubyn – „Dunbar und seine Töchter“. Weiterlesen „Edward St. Aubyn – Dunbar und seine Töchter“

Alexander Gorkow – Hotel Laguna

„Tourismus“ ist mittlerweile ein fast schon negativ besetztes Wort, besonders wenn es mit dem Präfix „Massen“ daherkommt. Dabei war es nach dem Zweiten Weltkrieg die Erfüllung der großen Sehnsucht so vieler Deutschen, sich mit dem eigenen kleinen Auto oder, je nach Geldbeutel, mit dem Flugzeug, gen Süden zu bewegen, hin zur Sonne, zur Wärme, aber auch zu mehr Leichtigkeit und Lässigkeit im Umgang mit dem Leben. Fort von den Mühen und Sorgen des Wirtschaftswunders, raus aus dem „grauen Alltag“.  Auch heute noch zählen, bei allen Veränderungen beim Reisen, die „schönsten Wochen des Jahres“ für viele Menschen zu den unverzichtbarsten Dingen im Leben. Diese Veränderungen sind ein Thema in„Hotel Laguna Meine Familie am Strand“ von Alexander Gorkow. Weiterlesen „Alexander Gorkow – Hotel Laguna“

Das Debüt 2017 – Bloggerpreis #5 – Christian Bangel – Oder Florida

Vielleicht Florida? Eine Option. Oder vielleicht mit Nadja nach Berlin? Auch möglich. Oder doch in Frankfurt an der Oder bleiben? Fragen, die Christian Bangel in Oder Florida von seinem Protagonisten stellen lässt.

Der Ich-Erzähler Matthias Freier hat das Abi in der Tasche, aber seine weitere Lebensplanung ist, vorsichtig ausgedrückt, noch recht offen. Wir schreiben das Jahr 1998, Freier gehört irgendwie zur linken Szene, hat mit seinem Kumpel Fliege die Stadtzeitung 0335 gegründet und schreibt gelegentlich Artikel für diese. Fliege ist Punker mit Irokesenschnitt und gleichzeitig ein ganz gewiefter Kopf. Nicht nur verdient er mit seiner Agentur, in der Freier eher wenig motiviert Flyer und Newsletter für die unterschiedlichsten Unternehmen verfasst, ganz gut Geld, nein, er hat auch einen politischen Plan: durch Masseneintritte von Gesinnungsgenossen  und einen geeigneten Kandidaten will er den SPD-Ortsverein übernehmen und bei den kommenden Wahlen gegen den durch seine DDR-Vergangenheit in Schieflage geratenen bisherigen Bürgermeister siegen. Weiterlesen „Das Debüt 2017 – Bloggerpreis #5 – Christian Bangel – Oder Florida“

David Constantine – Wie es ist und war

David Constantine ist ein britischer Autor Jahrgang 1944, der dreißig Jahre in Oxford und Durham gelehrt, deutsche Klassiker ins Englische übersetzt und anschließend fast zehn Jahre eine Literaturzeitschrift herausgegeben hat. Daneben entstanden ein Roman und zahlreiche Gedichte und Kurzgeschichten, von denen eine sogar recht prominent mit Tom Courtenay and Charlotte Rampling verfilmt wurde („45 years“) Weiterlesen „David Constantine – Wie es ist und war“

Jovana Reisinger – Still halten – Das Debüt 2017 – Bloggerpreis #4

Der dritte von mir im Rahmen der Juryauswahl für den Bloggerpreis „Das Debüt“ gelesene Roman, „Still halten“ von Jovana Reisinger , war für mich eine Herausforderung, die ich angenommen, aber nur teilweise durchgehalten habe.

Nachdem gleich der erste Titel der Shortlist, Julia Webers „Immer ist alles schön“, so gar nicht meinen Vorstellungen von einem guten Buch entsprochen hat, ich ihn aber bis zum Ende gelesen habe, muss ich zugeben, bei „Still halten“ doch etliche Seiten quergelesen zu haben. Weiterlesen „Jovana Reisinger – Still halten – Das Debüt 2017 – Bloggerpreis #4“

Betty Smith – Ein Baum wächst in Brooklyn

„A tree grows in Brooklyn“, Ein Baum wächst in Brooklyn, jener erste Roman von Betty Smith aus dem Jahr 1943, ist einer der Kultromane der US-amerikanischen Literatur und kann dort durchaus in einem Atemzug genannt werden mit etwa „To kill a mockingbird“ oder „Catcher in the rye“. Für den Pulitzer-Prize nominiert, wurde er 1945 sehr erfolgreich von Elia Kazan verfilmt. Mir waren tatsächlich weder Buch noch Film bekannt. Weiterlesen „Betty Smith – Ein Baum wächst in Brooklyn“

Juliana Kálnay – Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens – Das Debüt 2017 – Bloggerpreis #3

Nachdem das erste Buch der Shortlist für den Bloggerpreis „Das Debüt“ mich doch weitgehend und umfassend enttäuscht hat (Julia Weber – Immer ist alles schön) bin ich ein wenig zögerlich an das zweite Buch herangegangen. Denn auch wenn eine Bloggerkollegin mir „Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens“ von Juliana Kálnay empfohlen hat, ist doch der Inhalt eigentlich so gar nicht meins. „Surreale und groteske Motive“, von einem „schillernden Fantasie-Universum“ ist da die Rede. Bekennende Anhängerin der realistischen und gern auch ein weniger artistischen Erzählweise, die ich bin, hat mich das ein wenig abgeschreckt.

Doch schon nach wenigen Seiten schwand mein Widerstand gegen das Buch fast ganz dahin. Weiterlesen „Juliana Kálnay – Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens – Das Debüt 2017 – Bloggerpreis #3“

Joachim Meyerhoff – Die Zweisamkeit der Einzelgänger

Joachim Meyerhoff ist ein begnadeter Plauderer und Geschichtenerzähler. Wer ihn einmal live oder auch nur auf dem Bildschirm erlebt hat, wird dies begeistert bestätigen. Auch seine autobiografischen Romane (auf diese Fiktionalisierung legt der Autor viel Wert) waren ursprünglich als Bühnenprojekt konzipiert und auch in der Bühnenfassung am Wiener Burgtheater ein großer Erfolg. 2011 erschien dann der erste Band der Romanfassung, „Amerika“. Nun erscheint von Joachim Meyerhoff mit Die Zweisamkeit der Einzelgänger dieFortsetzung. Weiterlesen „Joachim Meyerhoff – Die Zweisamkeit der Einzelgänger“

Joachim Meyerhoff – Alle Toten fliegen hoch – #Backlist

Mit „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ ist der vierte Band der autobiografischen Romane von Joachim Meyerhoff „Alle Toten fliegen“ hoch erschienen. Für mich ein Grund, meine nach der Lektüre verfassten Rezensionen noch einmal hervorzuholen und in „Revisited“ zu veröffentlichen. Der neue Band hat mich leicht enttäuscht, aber die ersten drei gehören sich zu meinen „All-time-favorites“. Weiterlesen „Joachim Meyerhoff – Alle Toten fliegen hoch – #Backlist“

Julia Weber – Immer ist alles schön – Das Debüt 2017 – Bloggerpreis #2 –

Seit Bekanntgabe der offiziellen Shortlist für den Bloggerpreis Das Debüt 2017 hat die heiße Phase des Preises begonnen und die Jurymitglieder lesen sich durch die fünf kandidierenden Titel mit insgesamt ca. 1600 Seiten. Ich habe mit Julia Weber – Alles ist immer schön aus dem kleinen Schweizer Limmat Verlag begonnen – für mich leider ein denkbar schlechter Start. Weiterlesen „Julia Weber – Immer ist alles schön – Das Debüt 2017 – Bloggerpreis #2 –“