Imbolo Mbue – Das geträumte Land

Imbolo Mbue – Das geträumte Land

Imbolo Mbue - Das geträumte Land

„The one book Donald Trump should read right now!“

Abgesehen davon, dass wir mittlerweile wissen, dass Donald Trump anders als sein Vorgänger im Amt des amerikanischen Präsidenten nicht liest, ja sogar den Geruch von Büchern nicht ausstehen kann, bestenfalls seinen Schreibtisch damit zupflastert, mutet die Empfehlung, die die Washington Post im August letzten Jahres, also lange bevor Trump gewählt wurde, lange bevor irgendjemand auch nur ernsthaft befürchtet hätte, er könnte tatsächlich gewählt werden, mutet diese Leseempfehlung für Imbolo Mbues „Behold the dreamers“ ihrerseits wie ein Traum an. Weiterlesen „Imbolo Mbue – Das geträumte Land“

Jean-Luc Seigle – Der Gedanke an das Glück und an das Ende – #Backlist

Jean-Luc Seigle – Der Gedanke an das Glück und an das Ende

 Jean-Luc Seigle - Der Gedanke an das Glück und an das Ende

Es liegt eine ungeheure Traurigkeit auf diesem Buch. „En vieillissant les hommes pleurent“ lautet der Originaltitel.

Derjenige, der da älter wird, ist Albert Chassaing, 53 Jahre, Arbeiter bei Michelin, irgendwo in der französischen Provinz nahe Clermont. Man schreibt das Jahr 1961, Frankreich befindet sich im Algerien-Krieg und auch Alberts ältester Sohn ist in diesen Krieg gezogen, schmerzlich vermisst von seiner ihn über alles liebenden Mutter Suzanne. Die Ehe von Albert und Suzanne ist schon lange nicht mehr glücklich, Albert liebt seine Frau noch, kann mit ihr aber nicht reden, versteht sie nicht, verschließt sich. Er fühlt sich vor allem hingezogen zu seinem eigenwilligen jüngeren Sohn Gilles, dem im Schatten seines großen Bruders nur wenig mütterliche Liebe zukommt, der nichts lieber tut als Bücher zu lesen, der in der Schule erfolgreich ist, aber in sich gekehrt, verschlossen. Weiterlesen „Jean-Luc Seigle – Der Gedanke an das Glück und an das Ende – #Backlist“

Jonathan Safran Foer – Hier bin ich

Jonathan Safran Foer – Hier bin ich

Jonathan Safran Foer - Hier bin ich„Hier bin ich“ heißt der neue Roman, den Jonathan Safran Foer nach langer Pause veröffentlicht hat. Sein bisher dritter.

„Hier bin ich“. So antworten die Stammväter in der Bibel, nachdem Gott sie gerufen hat. Sie sind ganz für ihn da. Ohne Vorbehalte, ohne Bedingungen. Sei es Abraham, der seinen Sohn Issak als Brandopfer darbringen soll, sei es Moses vor dem brennenden Dornbusch.

„Hier bin ich“ – diese Zusage zu bedingungsloser Solidarität seiner Eltern wünscht sich der 13 jährige Sam, als ihm wegen rassistischer und unflätiger Schmierereien droht, von der bevorstehenden Bar Mizwa, jener großen jüdischen Tradition an der Schwelle zum Erwachsensein, ausgeschlossen zu werden. Für seine Eltern eine mittlere Katastrophe, nicht nur weil schon alle Vorbereitungen inklusive der Anreise der israelischen Verwandtschaft abgeschlossen sind. Nein, obwohl nicht sonderlich religiös, hängt ihr jüdisches Selbstverständnis doch sehr an solchen Traditionen.

 

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Sylvie Schenk – Schnell, dein Leben

Sylvie Schenk – Schnell, dein Leben

Sylvie Schenk - Schnell dein Leben

„Deine Kindheit ist eine kaum verblasste Musik. Man kann die Noten hintereinander staccato anklopfen oder jeder Zeit lassen, sich zu einer gebundenen Melodie auszudehnen.“

Sylvie Schenk macht in ihrem autobiografisch geprägten Roman eher ersteres: in 34 kurzen Kapiteln mit ebenso kurzen prägnanten Überschriften (Mädchen, Die Moral, Die Natur etc.) bei gerade mal 160 Seiten komprimiert sie ein Leben in eindringliche Szenen. Und dennoch gelingt ihr zugleich zweites, denn die kleinen Mosaiksplitter, die sie aus dem Leben Louises erzählt, ergeben insgesamt ein zwar verdichtetes, aber eben auch rundes Bild auf ein Leben und eine bestimmte Epoche unserer Geschichte. Weiterlesen „Sylvie Schenk – Schnell, dein Leben“

Elizabeth Graver – Die Sommer der Porters

Die Sommer der Porters Elizabeth Graver

„(…) weil das Land schon vor seinen Besitzern da war und, mit ein bisschen Glück, auch noch nach ihnen da sein wird, und weil es einem etwas bedeutet und weil es erfüllt ist von grünen und wachsenden und toten und vergänglichen und erwarteten und unerwarteten Dingen.“

So heißt es gegen Ende vom wunderbarem Roman „Die Sommer der Porters“ von Elizabeth Graver. Und gemeint ist das Stückchen Land, das die Familie Porter schon seit Generationen jeden Sommer bewohnt, Ashaunt, eine fiktive felsige Halbinsel an der Küste von Massachusetts, „The end of the point“, so der Originaltitel.
Und deshalb geht es in diesem, sich über fast 60 Jahre und drei Generationen erstreckenden Roman nicht nur um die Menschen, die eine Familie bilden, denen erwartete und unerwartete Dinge, kurz das Leben, geschehen, sondern ebenso um diesen Ort, der für viele von ihnen einen Anlaufpunkt, einen Ort der Beständigkeit inmitten einer sich stets verändernden Welt bietet. Weiterlesen „Elizabeth Graver – Die Sommer der Porters“