Lena Gorelik – Alle meine Mütter

Alle meine Mütter – zunächst stutzt man über das „alle“ beim Titel des neuen Romans von Lena Gorelik. Ein Roman über Patchworkfamilien? Liest man ein wenig hinein ins Buch, wird relativ bald klar, um was es der Autorin mit ihm geht und warum er diesen Titel trägt. Lena Gorelik verwebt in vielen Geschichten – beobachtet, imaginiert oder recherchiert – ihre eigene Mutter- und Tochterschaft mit den verschiedensten Ausdrucksformen und Wirklichkeiten des Mutterseins. Sie erzählt von Frauen

„die Mutter sein müssensollendürfenkönnenwollen, und über all jene, die nicht Mutter sein müssensollendürfenkönnenwollen; über uns, die wir Kinder von Müttern sind, selbst wenn wir es vielleicht nicht sein wollen“. Weiterlesen „Lena Gorelik – Alle meine Mütter“

Ulrike Draesner – zu lieben

Kann man zu lieben lernen? Was bedeutet es überhaupt, zu lieben – das beleuchtet die Autorin Ulrike Draesner anhand der Adoption eines Kindes, ihres Kindes. Nach mehreren Fehlgeburten und unzähligen Versuchen, schwanger zu werden sind die Ich-Erzählerin, die durchaus mit der Autorin gleichgesetzt werden kann, und ihr Mann Hunter schon jenseits der Vierzig. Zu alt für das deutsche Adoptionssystem. Für solche Fälle gibt es Vereine, die Auslandsadoptionen vermitteln. Die Wahl fällt auf Sri Lanka und die Zeit des Wartens und der bürokratische Hindernisse beginnt. Weiterlesen „Ulrike Draesner – zu lieben“

Jessica Lind – Kleine Monster

Das Thema Mutterschaft stand schon im Debütroman im Mittelpunkt – eine einsame Waldhütte war damals Schauplatz, um die Träume und Ängste, Überforderungen und die Selbstentfremdung einer Mutter in ein leicht surreales, märchenhaftes Setting zu verlegen und viele unterschiedliche Herangehensweisen und Interpretationen des Textes zuzulassen. Nach Mama hat Jessica Lind nun erneut eine Mutter (und am Rande, wie im Debüt, auch einen Vater) zur Hauptfigur ihres neuen Romans Kleine Monster gemacht. Weiterlesen „Jessica Lind – Kleine Monster“

Jessica Lind – Mama

Jessica Lind - MamaJessica Lind – Mama

Verlagstext:

Amira wünscht sich ein Kind. Als sie schwanger wird, gesellen sich Ängste und Sorgen zu ihrer Vorfreude. Wie wird sie die Mutterschaft verändern? Ein Ausflug zur abgelegenen Waldhütte ihres Partners Josef bringt nicht die ersehnte Entspannung: Rätselhafte Begegnungen häufen sich, Raum und Zeit scheinen außer Kraft und Amira weiß nicht, ob sie ihrer Wahrnehmung noch trauen kann. Was ist Traum, was Realität? Zwischen tiefer Verunsicherung und inniger Mutterliebe beginnt ein Ringen um Selbstbehauptung und Unabhängigkeit – denn der Wald scheint seine Gäste ungern wieder freizugeben …

Jessica Lind wandelt in ihrem Debütroman stilsicher zwischen den Genrewelten. Was als klassische Beziehungsgeschichte beginnt, entfaltet Seite für Seite einen subtilen Horror. Lind taucht tief in die Psychologie der Protagonistin ein, spielt souverän mit dem Unheimlichen und entwickelt eine erzählerische Sogwirkung, die niemanden unberührt lässt. Weiterlesen „Jessica Lind – Mama“