Viktor Funk – Wir verstehen nicht was geschieht

Wir verstehen nicht, was geschieht. Wie sollte man auch verstehen, was den geschätzt über fünf Millionen Sowjetbürgern nach ihrer Befreiung aus nazideutschen Konzentrations- und Arbeiterlagern, in die sie als Kriegsgefangene oder verschleppte Zwangsarbeiter:innen gerieten, in ihrer Heimat geschah. Hier erfuhren sie Stigmatisierung, Inhaftierung und häufig Verbannung und Tod, standen sie doch unter dem Generalverdacht, Vaterlandsverräter, Deserteure oder Spione zu sein. Laut Befehl 270 des Volkskommissars für Verteidigung der UdSSR vom 16. August 1941 durften sich sowjetische Soldaten, namentlich Offiziere nicht in Kriegsgefangenschaft begeben, sondern sollten sich im Zweifel selbst töten. Diese Direktive galt als Anlass, aus der Gefangenschaft zurückkehrende Soldaten in Filtrationslagern zu sammeln, zu verhören und häufig zu inhaftieren. So geschah es auch dem Physiker Lew Mischtschenko, dessen Schicksal Viktor Funk als Quelle für seinen Roman Wir verstehen nicht, was geschieht diente. Weiterlesen “Viktor Funk – Wir verstehen nicht was geschieht”

Eugen Ruge – Metropol

Im Zentrum Moskaus, nicht weit vom Roten Platz und in direkter Nachbarschaft zum Bolschoi-Theater steht ein prächtiger Jugendstilbau, das 1905 eröffnete Luxushotel Metropol. 1917 bereits wurde es von den in der Revolution siegreichen Bolschewisten übernommen. Es diente seitdem sowohl der Unterbringung hochrangiger ausländischer Gäste als auch als Wohnort sowohl von Funktionären als auch auf ihren Prozess wartenden politischer Gefangenen. In Sichtweite befindet sich das berüchtigte Gefängnis des russischen Geheimdienstes Lubjanka. Im Roman „Metropol“ von Eugen Ruge bildet es den zentralen Handlungsort. Weiterlesen “Eugen Ruge – Metropol”