Iryna Fingerova – Zugwind

Nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Februar 2022 sind über 1,2 Millionen Menschen nach Deutschland gekommen, um hier Schutz zu suchen. Wir sehen sie beinahe täglich, aber wie leben sie hier, welche Schicksale tragen sie, welche Ängste, Hoffnungen, Träume begleiten sie? Und wie geht es den Zurückgebliebenen? Auch wenn beinahe jeden Tag Nachrichten über den Krieg bei uns eintreffen, kann ich mir diese Fragen nicht über die üblichen Klischees hinaus beantworten. Iryna Fingerova, in Dresden lebende Ärztin und Schriftstellerin hat mit Zugwind ein außergewöhnlich gelungenes Buch darüber geschrieben. Weiterlesen „Iryna Fingerova – Zugwind“

Dmitrij Kapitelman – Russische Spezialitäten

Bereits in seinem 2021 erschienenen, autobiografisch inspirierten Roman Eine Formalie in Kiew führte uns der 1986 in Kiew geborene, seit seinem achten Lebensjahr in Deutschland lebende Dmitrij Kapitelman in ein in Leipzig von seinen Eltern betriebenes Geschäft, das russische Spezialitäten verkaufte. Pelmeni, Kwas, Wodka, Kaviar, gezuckerte Kondensmilch, Drei-Schweinchen-Wurst und verschiedene Weißkohlsorten, vor allem aber auch Nostalgie und Heimweh gab es in dem 1995 gegründeten und an den Folgen der Corona-Pandemie gescheiterten „Magasin“. Hier trafen sich Menschen aus der sowjetischen Diaspora, kauften Vertrautes, tauschten sich aus über Alltagsrassismus, Antisemitismus, erstarkende rechte Gewalt, aber auch einfach nur über das Leben in Deutschland, das ihre neue Heimat geworden ist und sich so offensichtlich dagegen sträubt. Weiterlesen „Dmitrij Kapitelman – Russische Spezialitäten“