Lektüre Juli 2025

Der Juli war ein Monat mit wenigen Literaturveranstaltungen – das Wiesbadener Literaturfestival „Ins Offene“ machte am ersten Wochenende einen schönen Auftakt, blieb aber dann die einzige. Dafür war im Juli 2025 familiär recht viel Wunderbares los, wir waren auf einem sehr schönen Konzert mit der großartigen Shirley Brill und einem meiner Lieblingswerke, dem Klarinettenkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart, und sonst waren einfach nur Sommerferien, mit entsprechender Lesezeit und überwiegend toller Lektüre.

sylvain-prudhomme-der-junge-im-taxiSYLVAIN PRUDHOMME – DER JUNGE IM TAXI

„M. der deutsche Sohn von Malusci, du weißt doch, dass der Großvater in Deutschland einen Sohn gezeugt hat damals als er am Bodensee Besatzungssoldat war.“
Simon ist wie vor den Kopf geschlagen, als er dies nach dem Tod von Malusci erfährt. Er versucht, von seiner Mutter und Großmutter Imma mehr darüber zu erfahren. Aber diese mauern. Simons Neugier wird dadurch aber erst recht entflammt. Er recherchiert und nimmt die Fährte zu M. auf.
Sylvain Prudhomme lässt in Der Junge im Taxi vieles offen. Und das ist gut so. Einsamkeit wird spürbar, die Verlassenheit des Jungens M., der vergeblich versucht hat, seinen Vater kennenzulernen. Vaterlosigkeit wird auch als Schicksal Zehntausender Kinder, die in oder nach dem Krieg geboren wurden, deutlich.
Atmosphärisch, tastend, ruhig erzählt Sylvain Prudhomme eine existentielle, in ihrer Schlichtheit sehr berührende Geschichte.

 

julia-r.-kelly-das-geschenk-des-meeresJULIA R.KELLY – DAS GESCHENK DES MEERES

Wir befinden uns im Jahr 1900 in dem kleinen schottischen Küstenort Skerry. Hier lebt man vom Fischfang, das Wetter ist rau und die See gefährlich und tückisch. An einem stürmischen Wintertag rettet der Fischer Joseph einen kleinen Jungen aus dem Meer und bringt dadurch Erinnerungen an einen dramatischen Tag vor fünfzehn Jahren wieder ins Bewusstsein der Dorfgemeinschaft, die dadurch ordentlich durcheinandergewirbelt wird. Auch damals tobte ein schrecklicher Sturm. In ihm verschwand der sechsjährige Moses, Sohn der Dorfschullehrerin Dorothy. Mit den Ereignissen stürzt die Vergangenheit wieder auf sie ein.
Julia R Kelly erzählt eine dramatische Geschichte. Die könnte leicht ins Pathetische kippen, oder die vorhandene mystische Komponente könnte das Ganze in Richtung Schauerroman abdriften lassen. Kellys klare, präzise, sehr schöne Erzählstimme verhindert beides. Und so liest man einen wunderbaren historischen Roman, in dem es um Missverständnisse und falsche Wege, um Neid und Eifersucht, um Liebe, Schuld und Vergebung geht.

 

Bret Anthony Johnston - We burn daylightBRET ANTHONY JOHNSTON – WE BURN DAYLIGHT

Waco in Texas im Jahr 1993. Auf einer abgelegenen Farm im McLennan County versammelte der charismatische David Koresh eine Gemeinde von über 100 Menschen um sich, die ihn als Verkörperung von Jesus Christus ansahen und mit ihm gemeinsam auf die Apokalypse und das nahende Weltende warteten. Die Sekte war hochbewaffnet, lebte ohne elektrischen Strom oder moderne sanitäre Einrichtungen. Es kam zu sexuellen Übergriffen auf junge Mädchen. Am 28. Februar 1993 wurde eine Razzia auf der Farm versucht, bei der vier Beamte und sechs Sektenmitglieder starben. Das FBI antwortete brachial, Panzer rückten an und eine nervenzerreibende, 51 Tage andauernde Belagerung begann, die schließlich tragisch endete. Am Ende waren 76 Menschen tot, darunter 28 Kinder.

Bret Anthony Johnston hat diese historischen Ereignisse als Vorbild für seinen fiktiven Roman We burn daylight verwendet und daraus eine Liebesgeschichte à la Romeo und Julia geschaffen, in der sich die Tochter eines Sektenmitglieds und der Sohn des Sheriffs ineinander verlieben. We burn daylight ist ein spannender Roman, der diese zarte, authentische Liebesgeschichte mit einem auch heute noch hochaktuellen zeithistorischen Fall weitgehend überzeugend verknüpft.

 

Henning sussebach - Anna oder: Was von einem Leben bleibtHenning Sußebach – Anna: Oder was von einem Leben bleibt

Anna, geboren 1867 in einem nordrhein-westfälischen Dorf bei Soest, danach Dorfschullehrerin im Sauerland, war zweimal verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Was bleibt von einem solchen, „ganz normalen“ Leben fragt Henning Sußebach in dem so aufschlussreichen wie berührendem Buch über seine Urgroßmutter. Es gibt nur wenige Zeugnisse – Fotos, Poesiealben, ein paar Erbstücke -, niemanden mehr, der Anna noch gekannt hat. Sie führte ein Leben gegen viele Widerstände – der Gesellschaft, der Umstände, der Zeit. Aus der Ehefrau wurde nach nur 90 Tage eine  Witwe, 38 Jahre alt und schwanger. Aus der Lehrerin wurde eine Unternehmerin.

Henning Sußebach erzählt ihre Geschichte auch entlang der erstarkenden Frauenrechtsbewegung und begleitet sie mit historischen Ereignissen, Entwicklungen, Stimmungsbildern. Das hilft, dieses mutige und nach Selbstbestimmung suchende Leben in den Lauf der Geschichte einzuordnen. Sussebachs Recherche ist ein grossartig zu lesendes erzählendes Sachbuch über eine tapfere, im besten Sinne eigenwillige Frau.

 

Barbara Kingsolver - Die UnbehaustenBarbara Kingsolver – Die Unbehausten

Zwei Familien und ein marodes Haus, das zur Metapher einer Gesellschaft wird, in der zunehmend alte Gewissenheiten und soziale Sicherheiten verloren gehen. Auf zwei Zeitebenen – 1874 und 2016 – erzählt Barbara Kingsolver von Populismus, Bigotterie, gesellschaftlichen Schieflagen und Fortschrittsfeindlichkeit. In erschreckender historischer Kontinuität kämpfen die Protagonisten gegen gesellschaftliche Ächtung und sozialen Abstieg. Dabei verwebt die Autorin Historisches und Fiktives zu einem unterhaltsamen und – obwohl „Unsheltered“ bereits 2018 erschien – immer noch aktuellen Roman

 

Yoko Kuhn - OnigiriYUKO KUHN – ONIGIRI

Die Münchner Autorin Yuko Kuhn hat mit ihrem Debütroman Onigiri einen zarten Mutter-Tochter-Roman geschrieben, über eine gemeinsame Reise in die Heimat der zunehmend an Demenz leidenden Keiko, über das Alter, das Fremdsein. Der Ton ist heiter-melancholisch und sehr liebevoll. Familie sowohl als Halt und Heimathafen, als auch als Ort der Kälte und Ausgrenzung, denn in ihrer sehr wohlhabenden deutschen Schwiegerfamilie hat sich Keiko niemals willkommen gefühlt, ihr Mann, der Vater der Ich-Erzählerin Aki hat sie irgendwann verlassen. Nun ist sie müde, sehr müde und vergisst immer mehr. Die letzte Reise mit der Tochter bringt ihr nochmals schöne Erinnerungen zurück, an die Musik, an das Singen, an viele Reisen, die sie gemacht hat. Ein liebevoll-zärtliches Buch. Ich mochte es sehr.

 

Peter Kurzeck - Und wo mein Haus?Peter Kurzeck – Und wo mein Haus?

Der achte Band des großen autobiographischen Romanprojekts „Das alte Jahrhundert“, der 2022 von Kurzecks langjährigem Lektor Rudi Deuble aus dem Nachlass des 2013 verstorbenen Autors herausgegeben wurde. Die Motive sind den Leser:innen von Peter Kurzeck vertraut. Zugfahren, der Bahnhof in Gießen und dort die Erinnerung an die unmittelbare Nachkriegszeit, die die aus Böhmen vertriebene Familie in Flüchtlingsunterkünften in Gießen verbrachte, bevor sie ins nahegelegene Staufenberg umzog. Lebensmittelknappheit, Schwarzmarkt und Währungsreform, Flüchtlingsunterkünfte und Displaced Persons. Kurzeck springt auch in die 1960er Jahre, in denen er in der Personalabteilung der US-Army angestellt war.

Der typische, ans mündliche Erzählen angelehnte, stark rhythmisierte, musikalische Ton, die Detailversessenheit, das Fragmentarische und Ausschweifende – ein typischer Kurzeck, eine weiteres Mal der Versuch, gegen das Verschwinden anzuschreiben. Kurzeck, der große Chronist und Kritiker des modernen Kapitalismus.

 

Christopher Kloeble - Durch das Raue zu den SternenChristopher Kloeble – Durch das Raue zu den Sternen

War Beethoven eine Frau und Tochter von König Friedrich Wilhelm II.? Und damit die weltbeste Tondichterin aller Zeiten? Zumindest die 13-jährige Arkadia, die sich selbst lieber Moll nennt, ist davon fest überzeugt. Wir befinden uns Anfang der 1990er Jahre und Musik ist die große Leidenschaft von Moll und das, was sie mit ihrer geliebten Mutter verbindet, die seit einiger Zeit verschwunden ist. Moll beharrt stur darauf, dass die Mutter bald zurückkommen wird, sie muss dafür nur etwas Besonders leisten, etwas Musikalisches natürlich. Sie setzt sich in den Kopf, dass das nur durch die Teilnahme im renommierten Knabenchor der Gegend geschehen kann. Das Problem, dass sie kein Knabe ist, wischt sie vom Tisch. Und so willensstark und selbstbewusst wie sie ist – manche, besonders ihre Lehrer:innen würden auch sagen: aufsässig – schafft sie es tatsächlich, dort als einziges Mädchen mitsingen zu dürfen.

Das Zentralthema Musik, besonders Beethovens, der Aufbau des Romans in musikalischen Sätzen und die Einblicke in die Arbeit des Knabenchors, die von Kloebles eigenen Erfahrungen beim Tölzer Knabenchor profitieren, – das alles hat mir ausgesprochen gut gefallen. Teile der Geschichte waren mir allerdings ein wenig zu vorhersehbar. Auch mit der Protagonistin und ihrem Vater wurde ich nicht wirklich warm. Insgesamt also ein leicht durchwachsenes Gesamturteil, in dem aber die positiven Aspekte deutlich überwiegen.

 

Sarah Lorenz - Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trineknSarah Lorenz – Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken

Die große Begeisterung, die – zumindest auf Instagram – über diesem Buch ausgebrochen ist, kann ich leider nicht verstehen. Zu gefühlsselig ist mir dieser autobiografisch inspirierte Roman. Ich konnte mit der 39-jährigen Ich-Erzählerin Elisa, die auf ihre ziemlich traurige Kindheit und Jugend zurückblickt und die Dichterin Mascha Kaleko verehrt, so gar nicht warm werden.

Mit neun Jahren wird Elisa mit dem Urteil „schwer erziehbar“ von der Mutter in ein Kinderheim abgeschoben. Für Elisa ein Bruch von der warmherzigen, innig liebenden Mutter zur kalten, abweisenden Frau, der sich von jetzt auf gleich vollzogen haben soll. Dass sich das für ein Kind so angefühlt hat, kann ich gut nachvollziehen. Dass die 39-Jährige das nicht ein wenig genauer hinterfragt, schon weniger. Bis zum Schluss habe ich gehofft, irgendetwas über die Beweggründe oder Umstände oder überhaupt etwas über diese Mutter zu erfahren. Leider vergebens.

Stattdessen Unmengen an Gefühlen, Szenen aus der Kölner Punkerszene, von Obdachlosigkeit, Drogen, fragwürdigen Männerbekanntschaften und wahllosem Sex. Der Blick darauf ist auch heute erschreckend unreflektiert und wenig komplex (die Mutter ist schuld und als junger Mensch fühlt man halt so viel). Das alles wird ein einem sehr leichten Ton erzählt, der für mich nicht passt. Ironisch, relativierend oder verdrängend? Rettungsanker sind für Elisa die Gedichte von Mascha Kaléko, mit der sie in eine Zwiesprache tritt. Auch das wirkt für mich nicht ganz überzeugend. Die Gedichte sind natürlich toll, retten diesen pathetischen Roman allerdings auch nicht mehr. Einen so autobiografisch geprägten Roman negativ zu besprechen, gerade wenn es ein Debütroman ist, fällt mir nicht leicht. „Wie ein Ausstellungsstück reiche ich meine Gefühle weiter, auf dass alle einen Blick drauf erhaschen und ihre Einschätzung dazu abgeben können.“ So Elisa.

 

Barbara Yelin – Emmie Arbel. Die Farbe der Erinnerung

Emmie Arbel wurde 1937 in Den Haag als Emmie Kallus geboren und mit viereinhalb Jahren 1942 mit ihrer jüdischenFamilie in das niederländische Sammellager Westerbork deportiert. Dort verbrachte sie 15 Monate bevor sie 1944 dann mit ihrer Mutter und ihrem älteren Bruder Rudi nach Ravensbrück verbracht wurde. Das Kriegsende erlebte sie in Bergen-Belsen. Kurz nach der Befreiung starb ihre Mutter an Hunger und Entkräftung. Der Vater wurde in Buchenwald ermordet, ihre Großeltern in Auschwitz. Ihr älterer Bruder Menachem überlebte ebenfalls. Bis zum Jahr 1950 lebten die drei Geschwister in Fürsorge-Einrichtungen in vier verschiedenen Ländern, bevor sich eine niederländische Pflegefamilie für sie fand. Mit dieser emigrierten die Geschwister nach Israel. Emmie wurde zuvor vom Pflegevater über ein Jahr vergewaltigt. Ein traumatisches Erlebnis, das Emmie erfolgreich verdrängte. Erst durch eine Psychotherapeutin gelangte es 1977 wieder in ihre Erinnerung.

Durch ein von Kanada initiiertes internationales Projekts, das sich der Vermittlung des Holocausts widmet, kommen Emmie Arbel und die Münchner Zeichnerin Barbara Yelin zusammen. Über drei Jahre arbeiten sie an der künstlerischen Umsetzung der Lebenserinnerungen Arbels. 2024 erschien bereits der Band „Aber ich lebe“, in dem Auszüge davon veröffentlicht wurden.

Zu Beginn fragte Yelin Emmie, welche Farbe die Erinnerung habe. Diese nannte Schwarz. Viele die Lager-Vergangenheit betreffenden Episoden sind auch in einem sehr dunklen Ton gehalten. Heutige Episoden hingegen sind hell und farbig. Eine Mischtechnik aus Wasserfarben, farbiger Tinte und wasservermalbaren Buntstiften illustrieren sehr ansprechend und passend das Erzählte. Dieses verläuft nicht linear, sondern erfolgt assoziativ. Die Zeichnerin platziert sich als Fragende in die heutigen Szenen hinein. Die Kindheitserlebnisse, aber auch das Schweigen danach und die Scham der Überlebenden werden eindringlich dargestellt. Eine ganz hervorragende Graphic Novel!

 

Charlotte Gneuß – Gittersee

Im Sommer 1976 ist Karin sehr verliebt in ihren Freund Paul. Mit ihm fährt sie auf dem Moped raus aus ihrem oft bedrückenden Alltag im Dresdener Stadtteil Gittersee. Der Vater trinkt, die Mutter ist frustriert und verlässt die Familie, die Großmutter ist keine große Hilfe und da ist noch „die Kleine“ Schwester, um die sich außer Karin kaum jemand zu kümmern scheint. Eines Abends stehen zwei Beamte vor der Tür. Karin wird zur Befragung abgeführt. Das Wort „Republikflucht“ macht die Runde. Paul hat sich in den Westen abgesetzt und Karin gerät ins Fadenkreuz der Stasi-Ermittler.

Die Atmosphäre des Sommers, Langeweile, Enge, die Nöte der Pubertät – Marie, Karins beste Freundin wendet sich immer mehr von ihr ab, Liebeskummer wegen Paul, Ärger in der Schule, Familie ein Totalausfall – Charlotte Gneuß fasst das in Gittersee sehr überzeugend. Erzählt wird von Karin rückblickend, aber immer ganz nah dran an ihrem damaligen 16-jährigen Ich. Dass manches aus deren Sprachgebrauch nicht dem der DDR-Jugendlichen im Jahr 1976 entspricht und auch sonst Kleinigkeiten nicht korrekt sind, was bei Erscheinen 2023 große Wellen schlug – geschenkt. Ein bemerkens- und vor allem lesenswertes Debüt.

 

Sylvie Schenk - In ERwartungSylvie Schenk – In Erwartung eines Glücks

Als große Liebhaberin der Bücher von Sylvie Schenk fällt es mir tatsächlich ein wenig schwer zu sagen, dass ich von diesem hier ziemlich enttäuscht war. Die Protagonistin Irène – und nur sehr wenig verschleiert erkennt man darin die Autorin – ist mit dem Verdacht auf Schlaganfall in die Klinik eingeliefert worden. Dort stellt sich heraus, dass sie eine Hirnhautentzündung leidet und stationär versorgt werden muss. Zeit, um auf ihr Leben zurückzublicken, auf die lange Ehe mit Johan, der mittlerweile verstorben ist, das Schweigen, das oft in dieser Beziehung geherrscht hat, auf ihre Sehnsüchte und Hoffnungen. Das ist eine so schonungslose wie selbstironische und irgendwie auch heitere Selbstreflexion, dass ich mit großem Respekt davorstehe.

Mit ihrer jungen Zimmergenossin Ada kommt sie nach einigem Widerstand ins Gespräch, und auch mit dem „Froschmann“, einem Patienten, der immer einen knallgrünen Bademantel trägt und von dem ich nicht sicher bin, ob er überhaupt existiert oder nur ein fiktiver Gesprächspartner ist. Malte nennt sie ihn, so wie den Motorradfahrer, mit dem sie eine Affäre gehabt haben will. Oder existiert auch er nicht wirklich? Ich habe mit beiden Figuren im Text meine Schwierigkeiten, genauso wie mit den vielen Traumsequenzen, die eingestreut werden – Träume in Texten, ganz schwierig, finde ich – und den Gedichten, die ich weder besonders gelungen finde, noch wirklich etwas für mich Erkennbares zum Roman beitragen.

Zum Wechsel aus Krankenhausgegenwart und episodenhaften Erinnerungen gesellt sich noch ein Buch, das für die Protagonistin/Autorin sehr wichtig ist und dessen Handlung teilweise referiert wird. Auch das finde ich problematisch, wenn die Lesenden diesen Text nicht kennen oder nicht schätzen. Dafür braucht es nicht einmal von Michel Houellebeq zu sein (Vernichten). Aber dass es von Huellebeq ist, trägt auch nicht dazu bei, den Roman mehr zu mögen.

Schade, im Roman steckt einiges von Sylvie Schenk, das ich sehr mag (Sprache, Humor, genaue Beobachtung, Selbstironie). Insgesamt aber war In Erwartung eines Glücks kein Buch für mich.

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