Virginie Despentes – Das Leben des Vernon Subutex 3

Das Leben des Vernon Subutex“ Teil 1 bis 3, zwischen 2015 und 2017 in Frankreich erschienen, hat die dortige Literaturwelt ordentlich durchgeschüttelt und die ehemalige Skandalautorin Virginie Despentes in den Autorenolymp, gleich neben Michel Houellebecq, befördert. Seit 2016 ist sie Mitglied der renommierten „Académie Goncourt“.

Auch in Deutschland wurde die Trilogie, die nun mit Band 3 ihren Abschluss fand, bei Kritik und Lesern sehr gut aufgenommen. Scharf und schonungslos beleuchtet Despentes darin die französische Gesellschaft und die Entwicklungen der letzten Jahre und bietet reichlich Parallelen, die sich auch auf andere europäische Länder leicht übertragen lassen. Weiterlesen „Virginie Despentes – Das Leben des Vernon Subutex 3“

Frankfurter Buchmesse 2018 – Eine Nachlese

Gute zwei Wochen ist es schon wieder her, dass sich gefühlt alles, zumindest bei mir, um die Frankfurter Buchmesse 2018 drehte. Same procedure as every year! Seit fast dreißig Jahren besuche ich die Messe, fast genauso lange als Fachbesucher und schon etliche Jahre an allen fünf Tage.

Himmel, was machst du denn da so? Und wie hältst du das aus? Immer wieder fassungs- und verständnislos gestellte Fragen aus Freundes- und auch Familienkreis. Weiterlesen „Frankfurter Buchmesse 2018 – Eine Nachlese“

Jean-Philippe Blondel – Ein Winter in Paris

Der französische Autor Jean-Philippe Blondel, Jahrgang 1964, schreibt seit 2003 sehr schmale, ruhige und sehr persönliche Romane, von denen mittlerweile sechs auf Deutsch erschienen sind. Es sind Texte, die man gemeinhin als „typisch französisch“ bezeichnet. Dies und vielleicht auch die Tatsache, dass sie hier bei uns in verschiedenen Verlagen veröffentlicht wurden, sind möglicherweise der Grund dafür, dass sie eher wenig beachtet geblieben sind. Neuere Französische Literatur wird in Deutschland in jüngerer Zeit gerne als innovativ, frisch, provokant, politisch wahrgenommen. All das sind die Romane von Jean-Philippe Blondel eher nicht, auch nicht Ein Winter in Paris. Weiterlesen „Jean-Philippe Blondel – Ein Winter in Paris“

Nino Haratischwili – Die Katze und der General

„Wie kommt der Krieg in den Menschen“, so könnte man sich an einem anderen Titel der Buchpreislonglist, der ansonsten nichts mit dem 760 Seiten starken Roman von Nino Haratischwili gemein hat und es zu meinem Bedauern auch nicht auf die Shortlist geschafft hat, bedienen, um das Hauptthema von „Die Katze und der General“ zu beschreiben.
Was macht der Krieg mit den Menschen, die ihn erleiden? Aber auch mit denen, die ihn führen? Was geschieht in den sogenannten „rechtsfreien Räumen“ mit den in ihnen Agierenden? Was bedeutet und wie geht man um mit Schuld? Und was ist Sühne? Kann es sie überhaupt geben? Und wie könnte sie aussehen? Weiterlesen „Nino Haratischwili – Die Katze und der General“

Lektüre September 2018

Und schon wieder bin ich viel zu spät dran mit meinem Monatsüberblick für die Lektüre im September 2018.

Der September stand im Zeichen des Deutschen Buchpreises, der am Montag, den 8. Oktober in Frankfurt an Inger-Maria Mahlke verliehen wurde.

Vier Titel der Shortlist habe ich diesen Monat gelesen (einen weiteren zumindest angelesen). Drei ziemlich dickleibige Bücher waren darunter, dazu kam noch ein weiteres seitenstarkes Werk. Bis auf eines, das mich geradezu verärgert hat, gerade auch weil es bis zur Shortlist vorgedrungen ist, war es eine sehr bereichernde, großartige Lektüre im September 2018. Weiterlesen „Lektüre September 2018“

Juan Gabriel Vásquez – Die Gestalt der Ruinen

Juan Gabriel Vásquez – Die Gestalt der Ruinen

„Zum letzten Mal hatte ich Carlos Carballo gesehen, als er gerade in einen Polizeiwagen kletterte, die Hände in Handschellen auf dem Rücken, den Kopf eingezogen; am Bildschirmrand gab eine Textzeile Auskunft über die Gründe seiner Verhaftung: Er hatte versucht, den Anzug eines ermordeten Politikers zu stehlen.“

„Ich kann nicht behaupten, dass ich ihn gekannt hätte, aber wir waren so vertraut miteinander, wie es nur die sein können, die einander täuschen wollten.“

Die Begegnung mit Carlos Carballo lässt den Ich-Erzähler tief in die politische Vergangenheit eintauchen, wird seine Arbeit als Schriftsteller über Jahre bestimmen und führt letztendlich zu dem vorliegenden Buch. Juan Gabriel Vásquez ist Ich-Erzähler des Romans „Die Gestalt der Ruinen“ und gleichsam sein Autor – was wirklich autobiografisch und was Fiktion ist, kann der Leser nur mutmaßen. In einer „Anmerkung des Autors“ betont dieser allerdings, dass es sich um ein „fiktives Werk“ handelt.

„Der Leser, der in diesem Buch Übereinstimmungen mit dem realen Leben sucht, tut dies auf eigene Verantwortung.“

Dabei sind die historischen Ereignisse, von denen erzählt wird, gut dokumentiert und alles andere als fiktiv. Weiterlesen „Juan Gabriel Vásquez – Die Gestalt der Ruinen“

Frankfurter Buchmesse 2018 3.Tag

Frankfurter Buchmesse 2018 3.Tag

Der letzte Fachbesuchertag ging heute zu Ende. Bevor sich morgen die Menschenmassen durch die Hallen wälzen, bekam man heute schon einen kleinen Vorgeschmack: gefühlt doppelt so viele Besucher wie an den vergangenen beiden Tagen. Dennoch ein wunderbarer Tag, lediglich meine Kamerabatterie gab gegen Mittag bereits ihren Geist auf (sehr professionell), ihr merkt es an der schlechten Qualität einiger Bilder.

Trotzdem – hier die Eindrücke vom Messefreitag:

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Weitere Messeeindrücke vom 2. Tag und vom  1.Tag

Frankfurter Buchmesse 2018 – Pressekonferenz mit Chimamanda Ngozi Adichie und ein erster Blick in den Ehrengastpavillon

Die Frankfurter Buchmesse, die heute Abend feierlich eröffnet wird, bat am Vormittag die Presse zu einer Konferenz mit dem Direktor der Messe, Jürgen Boos und dem Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller. Ein Höhepunkt der Pressekonferenz der FBM 2018 war sicher das Gespräch mit Autorin Chimamanda Ngozi Adichie.

Star der Veranstaltung war aber natürlich die nigerianische Autorin Chimamanda Ngozi Adichie. Die 1977 geborene Schriftstellerin, die heute teils in Nigeria, teils in den USA lebt, ist bekannt durch ihre Romane „Purple Hibiscus“ und „Americanah“, in dem sie von den Erfahrungen junger Nigerianer in der Zerrissenheit zwischen Afrika und den USA erzählt und der von der 2015 von der BBC-Auswahl der besten 20 Romane von 2000 bis 2014 zu einem der bislang bedeutendsten Werke dieses Jahrhunderts gewählt wurde.

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