Bernardine Evaristo – Mädchen Frau etc.

Die wohl mit am meisten ersehnte, am häufigsten besprochene und höchst gelobte Neuerscheinung dieses Bücherfrühlings ist wohl „Mädchen, Frau etc.“ von Bernardine Evaristo. 2019 relativ unerwartet mit dem Booker Prize ausgezeichnet (neben Margaret Atwoods Die Zeuginnen), hat sich der Roman über zwölf sehr diverse (Frauen)leben nicht nur blendend verkauft und wurde zu einem Lieblingsbuch für viele Leser:innen, sondern erhielt auch durchweg begeisterte Besprechungen. Weiterlesen „Bernardine Evaristo – Mädchen Frau etc.“

Esther Becker – Wie die Gorillas

Es gibt Romane, die kommen auf eher leisen Sohlen und packen die Leser:innen dann unverhofft und hinterrücks umso intensiver. Um solch ein Buch handelt es sich beim Debütroman Wie die Gorillas der 1980 geborenen und bisher vor allem als Dramatikerin hervorgetretenen Esther Becker. Es sind nur gut 150 locker bedruckte Seiten und zunächst recht belanglos scheinende Alltagsepisoden mit denen das Buch beginnt. Weiterlesen „Esther Becker – Wie die Gorillas“

Lektüre Februar 2021

Im Februar habe ich noch überwiegend Bücher aus dem vergangenen Herbst gelesen, bevor ich mich bei der Lektüre jetzt langsam den Neuerscheinungen des Frühjahrs 2021 zuwende. Ein paar Nachzügler  werden es ganz sicher auch noch auf meine Leseliste schaffen, aber die frischen Titel locken doch sehr. Weiterlesen „Lektüre Februar 2021“

Steven Price – Der letzte Prinz

Giuseppe Tomasi, der letzte Fürst von Lampedusa, schrieb bereits im fortgeschrittenen Alter einen einzigen Roman. Dieser wurde zunächst von verschiedenen Verlagen, darunter dem renommierten Mondadori, abgelehnt und konnte erst nach dem Tod des Autors mit gerade einmal sechzig Jahren erscheinen. Entdeckt wurde er vom Schriftstellerkollegen Giorgio Bassani, der ihn in seiner Reihe „I Contemporanei“ 1958 bei Feltrinelli herausbrachte. Das war der Startschuss eines unglaublichen Welterfolgs, der durch die Verfilmung von  Luchino Visconti, 1963 bei den Filmfestspielen von Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet und mit Burt Lancaster, Claudia Cardinale und Alain Delon starbesetzt, noch einmal Auftrieb erfuhr. Heute zählt er längst zu den ganz großen Klassikern der italienischen Literatur. Der Abgesang auf den sizilianischen Adel war dabei von Tomasi di Lampedusa  eigener Familiengeschichte geprägt. Der kanadische Autor Steven Price widmet dem Fürsten und der Entstehung von „Il gattopardo“ (dt Der Leopard) seinen Roman Der letzte Prinz. Weiterlesen „Steven Price – Der letzte Prinz“

Lektüre Januar 2021

Lektüre im Januar 2021: Ein neues Jahr hat begonnen und – schwupps – ist schon wieder mehr als ein Monat ins Land gegangen. Wie bei sicher vielen von euch tritt auch hier der merkwürdige Effekt auf, dass die Zeit, je regelmäßiger und ruhiger das Leben verläuft, umso schneller vergeht. Ja, sie rast. Und Aussicht auf Änderung besteht im Moment eher weniger. Weiterlesen „Lektüre Januar 2021“

Richard Ford – Irische Passagiere

Es sind immer die großen Fragen, die der amerikanische Autor Richard Ford in seinen unspektakulär daherkommenden Geschichten verhandelt, so auch in seinem neuesten Erzählungsband Irische Passagiere. Wie der Titel verrät, haben alle neun Geschichten einen Bezug zu Irland, spielen dort, haben irischstämmige Protagonisten, manchmal zieht nur eine irische Parade durch New Orleans. Eigentlich spielt das Irische aber keine besondere Rolle. Weshalb auch der Originaltitel „Sorry for your trouble“ viel besser passt. Weiterlesen „Richard Ford – Irische Passagiere“

Jane Gardam – Robinsons Tochter

Vor einigen Jahren wurde die britische Autorin Jane Gardam, immerhin schon weit über 80 damals, in Deutschland entdeckt. Ihre Old-Filth-Trilogie wurde – völlig zu Recht – hochgelobt und bestens verkauft. Man begann sich zu fragen, warum ihre Werke erst jetzt ins Deutsche übersetzt wurden, schließlich gab es schon zahlreiche Erzählungsbände, Kinderbücher und auch einige Romane und in ihrem Heimatland zählt sie schon lange zu den ganz Großen. Sicher haben auch die vorzüglichen Übersetzungen von Isabel Bogdan zum Erfolg in Deutschland beigetragen. Und nun begann man, sich auch bei den älteren Werken umzuschauen. Nach den frühen Jugendbüchern Weit weg von Verona und Bell und Harry und einem Erzählungsband erscheint nun ein früher, ganz bezaubernder Roman von Jane Gardam, Robinsons Tochter, von 1985. Weiterlesen „Jane Gardam – Robinsons Tochter“

David Szalay – Turbulenzen

Bereits der letzte, sehr erfolgreiche Roman von David Szalay, Was ein Mann ist, war ein Reigen von Geschichten ganz unterschiedlicher Figuren an verschiedenen europäischen Orten, und auch Turbulenzen, das neue Werk, arbeitet mit demselben Muster. Hier sind es aber nicht nur Männer, in deren Leben Einblick gewährt wird. Und die Reise geht per Flugzeug einmal um die ganze Welt. Weiterlesen „David Szalay – Turbulenzen“

Dominique Manotti – Marseille.73

Die 1942 geborene Dominique Manotti ist die Grand Dame des Politthrillers. Die gelernte Historikerin veröffentlichte erst in relativ reifem Alter ihren ersten Kriminalroman. 1995 erschien Sombre Sentier (dt. Hartes Pflaster, 2004 bei Assoziation A). Seit 2010 veröffentlicht der traditionell linke Argument Verlag in seiner feministischen Krimireihe Ariadne alle ihre „Romans policiers“. In diesem engagierten Verlag hat die engagierte Autorin Dominique Manotti ein passendes Zuhause gefunden, zuletzt mit Marseille.73. Weiterlesen „Dominique Manotti – Marseille.73“

Lektüre Dezember 2020

Im Dezember war lesetechnisch einiges los. Meine Lektüre im Dezember 2020 umfasste neun Titel plus fünf Bücher, die ich für den Debütpreis lesen durfte. Die Verlagsvorschauen wurden emsig durchgeblättert und eine Übersicht über die interessantesten Titel veröffentlicht. Dazu kam ein Rückblick auf das vergangene Lesejahr.

Dadurch ist ein kleiner Rezensionsstau entstanden und mein Überblick über die Lektüre im Dezember 2020 erscheint erst jetzt. Einige Titel habe ich zwar schon vor Längerem gelesen und rezensiert, den entsprechenden Beitrag aber noch nicht veröffentlicht. Weiterlesen „Lektüre Dezember 2020“