Als ich Ursula „Usch“ Knoll 2023 auf der Verleihung des Bloggerpreises Das Debüt 2022 traf und neugierig nach ihrem neuen Schreibprojekt nach Lektionen in dunkler Materie fragte, war ich erstaunt, als sie verriet „es geht um Zucker und wird was Historisches“. Positiv erstaunt, denn ich bewundere und schätze sehr, wenn Autor:innen mit jedem Buch etwas Neues wagen. Und das bereits mit dem zweiten Buch. Weiterlesen „Ursula Knoll – Zucker“
Autor: Petra Reich
Christian Mitzenmacher – Knallkrebse – Kurz vorgestellt
Christian Mitzenmacher ist mit seinem Debütroman Knallkrebse ein federleichtes Buch über ein ernstes und eigentlich bedrückendes Thema gelungen. Sein Protagonist Tom ist wie der 1986 geborene Autor studierter Physiker und Pate eines aus Afghanistan Geflüchteten. Weiterlesen „Christian Mitzenmacher – Knallkrebse – Kurz vorgestellt“
Dirk Kurbjuweit – Nachbeben – Frankfurt liest ein Buch 2025
Das jährlich stattfindende Lesefestival „Frankfurt liest ein Buch“ hatte sich für 2025 den Roman Nachbeben von Dirk Kurbjuweit ausgesucht. Nach den ganz aktuellen Titeln der vergangenen beiden Jahre, Deniz Ohdes Streulicht und Florian Wackers Zebras im Schnee, wieder ein älterer Roman. Nachbeben erschien zum ersten Mal 2004. Das ist bedauerlicherweise im Buch nirgendwo gekennzeichnet, auch nicht im Impressum, so dass man annehmen könnte, es handelt sich um einen aktuellen Roman. Was dann wiederum verwundern könnte, denn so ganz gut gealtert ist das Werk nicht. Besonders einige Gedanken über/zu Frauen sind doch etwas angestaubt und lesen sich heute nicht mehr so wirklich passend. Auch nicht in der Figurenrede. Weiterlesen „Dirk Kurbjuweit – Nachbeben – Frankfurt liest ein Buch 2025“
Lektüre Juni 2025
Ein vielseitiger Monat war der Juni 2025, was meine Lektüre betrifft. Von politischem Sachbuch über Reisereportage und einem weltberühmten Klassiker zu ganz aktuellen Titeln. Endlich war auch mal wieder ein Debütroman dabei. Ein Buch habe ich abgebrochen, was ich wirklich sehr, sehr selten tue, aber da hat es einfach nicht gepasst. Mit Tan Twang Engs Haus der Türen habe ich auch einen Anwärter für „Bücher des Jahres“ gelesen.
Patrick Modiano – Die Tänzerin
1991 erschien ein Büchlein – Cathérine, die kleine Tänzerin, gewohnt zauberhaft bebildert von Jean-Jacques Sempé -, das vielleicht eine Art Vorläuferin des aktuellen Werks von Patrick Modiano war. Wie alle Werke des Literaturnobelpreisträgers ist es sehr schmal. Die Tänzerin nun mag man mit seinen knapp 93 Seiten kaum mehr Roman nennen. Und doch enthält es die ganze Modiano-Welt. Weiterlesen „Patrick Modiano – Die Tänzerin“
Matthias Lohre – Teufels Bruder – Kurz vorgestellt
Matthias Lohre erzählt in Teufels Bruder vom Jahr 1896 – Die Brüder Thomas und Heinrich Mann stehen noch ganz am Anfang ihrer schriftstellerischen Laufbahn. Thomas ist gerade volljährig geworden und lebt wie sein vier Jahre älterer Bruder von den eher dürftigen Zinserträgen des väterlichen Vermögens, das der Vater, Senator Thomas Johann Heinrich Mann, vor seinem Tod 1891 unter die Verwaltung eines Vormunds gestellt hat. Dieser steht den journalistischen und schriftstellerischen Ambitionen der Brüder skeptisch gegenüber. So ist für diese die Notwendigkeit, Geld zu verdienen stets Hindernis für die angestrebte literarische Karriere und das freie Autorenleben. Der zielstrebigere Heinrich hat bereits einige literarische Erfolge und ist kurzzeitig Herausgeber der nationalchauvinistischer Monatsschrift „Das zwanzigste Jahrhundert“, für die auch Thomas Beiträge schreibt. Eine Anstellung beim satirischen Magazin Simplicissimus reizt diesen hingegen wenig. Lieber möchte er seinen Italien-Aufenthalt mit Heinrich verlängern. Weiterlesen „Matthias Lohre – Teufels Bruder – Kurz vorgestellt“
Charline Effah – Die Frauen von Bidi Bidi
Das Camp Bidi Bidi in der Provinz Yumbe im Nordwesten Ugandas gilt als die zweitgrößte Siedlung für Geflüchtete weltweit. Bis zu 270.000 Menschen finden hier Zuflucht, die meisten davon sind seit 2016 vor dem Bürgerkrieg im Südsudan geflohen. Eine erste Station, aber lange noch keine sichere Bleibe, zumal nicht für Frauen und Mädchen. Das macht die in Gabun geborene und nun in Paris lebende Autorin Charline Effah in ihrem Roman Die Frauen von Bidi Bidi deutlich. Weiterlesen „Charline Effah – Die Frauen von Bidi Bidi“
Michèle Yves Pauty – Familienkörper – Kurz vorgestellt
Die Autorin und Fotografin Michèle Yves Pauty beweist in ihrem Debütroman Familienkörper, dass man Familiengeschichte auch ganz anders als gewohnt schreiben kann. In ihrem Text fasst sie die Familie als zusammenhängender Körper. Die Mitglieder sind ineinander verwoben, ob sie wollen oder nicht. Nicht nur durch ihre Beziehungen zueinander, sondern auch durch das, was in den Familien vererbt wird. Vererbt mit Stolz oder Scham, unbewusst oder absichtsvoll, für alle deutlich oder ganz unbemerkt. Das sind Verhaltensweisen, Ansichten, Haltungen, in die machtvoll äußere Umstände wie Herkunft, Klasse, Bildung und Geschlecht hineinspielen, aber auch ganz greifbare körperliche Dinge, wie Aussehen, Körpermerkmale oder auch Krankheiten bzw. Veranlagungen dazu. Weiterlesen „Michèle Yves Pauty – Familienkörper – Kurz vorgestellt“
Simon Stranger – Museum der Mörder und Lebensretter
2019, Norwegen war Gastland der Frankfurter Buchmesse und es erschienen ungewohnt viele norwegische Bücher in deutscher Übersetzung, las ich Vergesst unsere Namen nicht von Simon Stranger. Ich hatte den Autor auf der Messe kurz treffen dürfen und war sehr fasziniert von der persönlichen Geschichte, die er da vorstellte. In Form einer Enzyklopädie präsentierte er die Familiengeschichte seiner Frau Rikke während und kurz nach der deutschen Besatzungszeit 1940-45. Die Familie hat jüdische Wurzeln und musste nach Schweden fliehen, um zu überleben. Nach der Rückkehr lebten sie – zuerst unwissend – in der Folterzentrale eines der übelsten Kollaborateure Norwegens. In seinem neuen Roman Museum der Mörder und Lebensretter erzählt Simon Stranger davon unabhängig ein weiteres Kapitel der düsteren Vergangenheit Norwegens der Besatzungsjahre. Und auch dafür fand er wieder eine familiäre Grundlage. Weiterlesen „Simon Stranger – Museum der Mörder und Lebensretter“
Hannes Köhler – Zehn Bilder einer Liebe
Einen zeitgemäßen, authentischen Liebesroman, ohne aufgeblasene Gefühle, langweiliges Gefühlswirrwarr oder Überproblematisierungen und ohne Kitsch und misslungene Sexszenen – gibt es das überhaupt? Kaum, dachte ich und meide deshalb dieses Genre mittlerweile weitgehend. Hannes Köhler hat mit Zehn Bilder einer Liebe tatsächlich die Quadratur des Kreises geschafft und einen Roman über eine Liebe geschrieben, den ich nicht nur äußerst gern gelesen habe, sondern der mir auch im Nachgang noch sehr nah ist. Weiterlesen „Hannes Köhler – Zehn Bilder einer Liebe“









